Emiliya (†36) sollte im See versenkt werden! Wer hat der Zweifach-Mutter das angetan?

Luzern/Stansstadt (Schweiz) - Die Ausstrahlung des mehr als zehn Jahre zurückliegenden Mordfalls Emiliya Emilova (†36) in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... Ungelöst" hat hohe Wellen geschlagen. TAG24 hat mit dem zuständigen Kripochef über die eingegangenen Hinweise gesprochen.

Die Sexarbeiterin Emiliya Emilova (†36) wollte aus der Branche aussteigen. Sie wurde im September 2014 ermordet.
Die Sexarbeiterin Emiliya Emilova (†36) wollte aus der Branche aussteigen. Sie wurde im September 2014 ermordet.  © Kantonspolizei Nidwalden

Im Gewerbegebiet Ibach-Quartier bieten im Herbst 2014 die gebürtige Bulgarin Emiliya und etwa 15 andere Prostituierte sexuelle Dienstleistungen an. Das meiste Geld drückt sie ihrem in Bulgarien lebenden Zuhälter ab, mit dem sie eine Beziehung führt. Gemeinsam will man sich eine Wohnung kaufen.

Doch Emiliya ist mit ihrem Job immer unzufriedener, will lieber früher als später zurück in ihre Heimat, wo ihre beiden Söhne leben.

Ihr Partner soll sie bei einem Besuch im August 2014 aber überredet haben, noch weiter anschaffen zu gehen, um sich eine noch schönere Wohnung leisten zu können.

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So fährt die 36-Jährige zurück in die Schweiz und lässt sich am Abend des 20. September 2014 mit Kolleginnen von einem Fahrer aus einem Wohnhaus im schweizerischen Aarburg ins 50 Kilometer entfernte Luzern fahren. Es wird der letzte Arbeitstag ihres Lebens sein.

Die zweifache Mutter hat sich auf dem Luzerner Straßenstrich prostituiert.
Die zweifache Mutter hat sich auf dem Luzerner Straßenstrich prostituiert.  © ZDF/Saskia Pavek

Aktenzeichen XY... Ungelöst: Sexarbeiterin verschwindet mit Mann - und stirbt kurz darauf

Mit wem ist Emiliya Hand in Hand weggelaufen?
Mit wem ist Emiliya Hand in Hand weggelaufen?  © ZDF/Saskia Pavek

Eine befreundete Sexarbeiterin sieht die zweifache Mutter Hand in Hand mit einem unbekannten Mann in die Dunkelheit davongehen. Ein unübliches Verhalten auf dem Straßenstrich.

Es ist das letzte Lebenszeichen der Sexarbeiterin. Bei einer routinemäßig vorbeifahrenden Polizeistreife gibt ihre Bekannte ihr Verschwinden zu Protokoll. Am nächsten Morgen der Schock: Gegen 9.45 Uhr wird im Vierwaldstättersee eine Leiche entdeckt. Es ist Emiliya Emilova.

Die Tote treibt an der Kehrsitenstraße zwischen Stansstad und Kehrsiten im Uferbereich - rund 15 Kilometer entfernt vom Strich.

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Um die zu Tode strangulierte 36-Jährige sind drei dünne grüne Drähte gewickelt, an denen die blauen Trageschlaufen einer Einkaufstasche der Supermarktkette Migros befestigt sind. Offenbar wollte der Täter die Frau im See versenken.

Phantombilder zweier Männer, nach denen als Zeugen gesucht wird.
Phantombilder zweier Männer, nach denen als Zeugen gesucht wird.  © Kantonspolizei Nidwalden

Mordfall Emiliya Emilova in der Schweiz: Wer sind die beiden Männer auf dem Straßenstrich?

Kartenausschnitt des Leichenfundorts.
Kartenausschnitt des Leichenfundorts.  © Google Earth/ZDF

Aus dem Besitz des Opfers verschwunden sind ihre komplette Oberbekleidung (dunkle Jacke/Poncho), rote Schuhe, Damenhandtasche, Handy und ein silberfarbener Ohrstecker in Ringform.

Schon vor, aber auch während und nach der Sendung seien Hinweise bei der Kantonspolizei Nidwalden eingegangen, sagte dessen Kripochef Senad Sakic zu TAG24.

Zu deren Qualität oder Inhalt könnten aufgrund des laufenden Verfahrens keine Angaben gemacht werden. Aber: "Es sind weitere für uns neue Hinweise eingegangen, denen wir bereits nachgegangen sind bzw. derzeit noch nachgehen", so Sakic.

Man sei mit dem Hinweisaufkommen zufrieden und werte jetzt alle sorgfältig aus.

Besonders interessant ist für die Polizei nach wie vor: Wer hat in der Nacht zum 21. September 2014 Beobachtungen auf dem Straßenstrich oder dem Auffindeort gemacht? Hat sich der Täter später einem Bekannten offenbart?

Und wer sind die beiden Männer - einer mit Glatze, 1,75 Meter groß, muskulös und mit Kopfhörern in den Ohren, der zweite etwa 1,85 Meter groß und schlank -, die am Straßenstrich aufgefallen waren?

In diesem Bereich wurde die tote Emiliya gefunden.
In diesem Bereich wurde die tote Emiliya gefunden.  © Kantonspolizei Nidwalden
Die Tote war mit grünem Draht umwickelt und sollte offenbar mit einer beschwerten Migros-Tragetasche im See versenkt werden.
Die Tote war mit grünem Draht umwickelt und sollte offenbar mit einer beschwerten Migros-Tragetasche im See versenkt werden.  © Kantonspolizei Nidwalden

Sachdienliche Hinweise richtet Ihr bitte an die Kantonspolizei Nidwalden unter Tel. +41 41 618 44 66. Eine Belohnung von 10.000 Schweizer Franken - umgerechnet 10.500 Euro - wurde ausgelobt.

Die gesamte "Aktenzeichen XY"-Folge ist noch einen Monat abrufbar in der ZDF-Mediathek.

Titelfoto: Bildmontage: Kantonspolizei Nidwalden

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