Noch mehr Ärger für Prinz Harry: "Schikane und Mobbing in großem Stil"

London - Der Streit um Prinz Harrys Herzensprojekt "Sentebale" geht weiter. Dem 40-Jährigen werden Mobbing und Führungsversagen vorgeworfen.

Die Leiterin der Hilfsorganisation "Sentebale" erhebt weitere schwere Vorwürfe gegen Prinz Harry (40).
Die Leiterin der Hilfsorganisation "Sentebale" erhebt weitere schwere Vorwürfe gegen Prinz Harry (40).  © Ethan Cairns/The Canadian Press via AP/dpa

Nachdem der Royal seine Schirmherrschaft über die Aidswaisen-Hilfe abgegeben hat, legt die Stiftungsvorsitzende Dr. Sophie Chandauka (47) nun mit weiteren Vorwürfen nach.

In einem Interview mit der Financial Times sagte Chandauka: "Harry hat mit seiner öffentlichen Rücktrittserklärung ein schädliches Stück Nachrichten in die Außenwelt entlassen, ohne mich darüber zu informieren. Das ist ein Beispiel für Schikane und Mobbing in großem Stil."

Harrys Zerwürfnis mit der britischen Königsfamilie vor fünf Jahren sei der Grund für einen Exodus von Spendern, so die Juristin. Zudem sei der Fokus der Hilfsorganisation überholt, da Aids aufgrund des medizinischen Fortschritts inzwischen kein automatisches Todesurteil mehr darstelle.

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Sie selbst habe versucht, den Royal von Veränderungen zu überzeugen. Prinz Harry habe daraufhin versucht, sie aus ihrem Amt zu drängen. In diesem Zusammenhang warf sie dem Royal auch toxisches Verhalten und Führungsversagen vor.

Harry sowie der "Sentebale"-Mitgründer Prinz Seeiso von Lesotho (58) hatten vor Kurzem angekündigt, ihre Schirmherrschaft innerhalb der Aids-Stiftung "bis auf Weiteres" abzugeben. Die Beziehungen zu Chandauka seien "nicht mehr zu retten" gewesen, schrieben sie in einer gemeinsamen Erklärung.

Im Jahr 2009 gründeten Prinz Seeiso von Lesotho (58) und Prinz Harry (40) gemeinsam die Hilfsorganisation "Sentebale".
Im Jahr 2009 gründeten Prinz Seeiso von Lesotho (58) und Prinz Harry (40) gemeinsam die Hilfsorganisation "Sentebale".  © EPA/JUSTIN LANE

Großer Schaden für Ansehen von Prinz Harrys Hilfsorganisation

"Was geschehen ist, ist unvorstellbar. Wir stehen unter Schock, weil wir dies tun mussten", hatten die beiden Prinzen ihrer Erklärung hinzugefügt. "Es ist niederschmetternd, dass das Verhältnis zwischen dem Stiftungsrat der Organisation und der Vorstandsvorsitzenden irreparabel zerstört und eine untragbare Situation entstanden ist."

Die beiden hatten "Sentebale" in Andenken an Harrys verstorbene Mutter gegründet. Prinzessin Diana (†36) war 1997 bei einem Autounfall in Paris ums Leben gekommen. Er war damals erst zwölf Jahre alt. Knapp zehn Jahre später gründete er die Organisation, deren Name "Vergissmeinnicht" in der Sprache Lesothos bedeutet.

"Sentebale" unterstützt in erster Linie Aidswaisen in Lesotho und Botswana. Dazu gehören etwa einwöchige Camps und Unterstützung bei medizinischer Betreuung und Bildung. Durch den Machtkampf dürfte das Image der Organisation enorm gelitten haben.

Titelfoto: Ethan Cairns/The Canadian Press via AP/dpa

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