Shirin Davids Knallhart-Ansage zur Tour sitzt: Diese Menschen haben das Nachsehen
Berlin - Kreischende Kids mit Taschengeld? Ja. Kritische Konzertberichte? Nein. So oder so ähnlich könnte man Shirin Davids (29) aktuellen Umgang mit Journalisten beschreiben. Nicht nur bei ihrer aktuellen Tour überlässt die Rap-Queen nichts dem Zufall.

Die umtriebige Geschäftsfrau, die unlängst von Schlager-Ikone Marianne Rosenberg (69) als Powerfrau bezeichnet und für ihr Selbstbewusstsein gelobt wurde, akkreditiert für ihre Konzerte keine Pressevertreter mehr. Das schreibt die "Süddeutsche Zeitung".
Eigentlich sind Pressekarten in der Branche üblich, doch auf eine Anfrage erhielt das Blatt die Antwort: "Bei der kompletten Tour gibt es keinerlei Presse-/Fotoakkreditierungen." Doch warum? Die Bitte um ein Statement sei unbeantwortet geblieben.
Wer also über "Blond aber schlau", so der Name der neuen Tournee, berichten will, muss regulär ein Ticket kaufen. Kostenpunkt: zwischen 75 und 90 Euro. Suiten-Tickets schlagen mit 200 Euro zu Buche.
Material für Bebilderung des Artikels? Da muss Promo-Material reichen oder im Archiv gewühlt werden.
Selbst Giganten wie US-Popstar Taylor Swift (35), Musikgröße Bob Dylan (83) oder Megastar Beyoncé (43) bitten Journalisten oder Pressefotografen nicht zur Kasse.
Dabei ist Barbara Shirin Davidavičius, die "Gib ihm"-Interpretin bürgerlich heißt, mehr als erfolgreich. Die Marketing-Maschinerie in den sozialen Medien läuft von alleine und wie geschmiert. Nach eigenen Angaben wurde ihr Eistee 65 Millionen Mal verkauft - ein Umsatz von fast 90 Millionen Euro. Auch vor der Lanxess-Arena in Köln stand vor dem Konzert am Dienstagabend ein großer "DirTea"-Truck.
Shirin David sendet eindringlichen Appell an Zuschauer bei Konzert in Köln

Davids Parfüm soll ihr damals 20 Millionen Euro eingebracht haben. Für April steht eine Beauty-Marke der Labelinhaberin in den Startlöchern. Im November vergangenen Jahres sagte die Ex-"DSDS"-Jurorin dem US-Wirtschaftsmagazin "Forbes", dass sie bereits mehr als 130 Millionen Euro umgesetzt haben.
Da scheinen kritische und nachdenkliche Stimmen nicht ins Bild zu passen, wenn der "perfekt durchchoreografierte Abend", wie es in dem Artikel zum Tourauftakt in Köln heißt, als Verkaufsshow mit fünfzehnminütigen Outfitwechseln durchgehen könnte. Hinter der Geschäftsfrau steht ein großes Team, die den Erfolg der Mega-Marke steuert und vorantreibt.
Will man mit der 29-Jährigen sprechen, müssen Fragen vorher eingereicht werden. Das verlange dem Bericht zufolge nicht einmal Noch-Kanzler Olaf Scholz (65, SPD).
Anzukreiden ist es dem Megastar nicht, da sie ihren Stiefel durchzieht und macht, was sie will. So habe die Influencerin in Köln das Publikum gefragt: "Wer hier ist Abiturientin?" und "Haben wir CEOs hier, Doktorinnen?" Ein bestätigendes Kreischen sei als Antwort durch den Saal gegangen. Davids Botschaft war eindeutig, sie skandierte: "Euer Abschluss definiert euch nicht, aber seid finanziell unabhängig – vor allem nicht abhängig von einem Mann!"
Titelfoto: Joerg Carstensen/dpa