Es geht um sein Coming-out: Ralf Schumacher findet Aussage von Sebastian Vettel "völlig daneben"

Köln - Eigentlich wollte Sebastian Vettel (37) seinem ehemaligen Kontrahenten Ralf Schumacher (49) nach dessen Coming-out im vergangenen Sommer nur den Rücken stärken. Eine Bemerkung ging dabei allerdings deutlich nach hinten los.

Insgesamt elf Jahre fuhr Ralf Schumacher (49) in der Formel 1.
Insgesamt elf Jahre fuhr Ralf Schumacher (49) in der Formel 1.  © Erwin Scheriau/APA/dpa

Der vierfache Formel-1-Weltmeister hatte in einem Interview mit dem schweizerischen Tagesanzeiger vor wenigen Tagen festgestellt, dass es "immer noch sehr schwer" sei, "sich im Sport zu outen und akzeptiert zu werden".

Daher seien aus seiner Sicht "Vorbilder so wichtig, die den Mut aufbringen, sich zu outen", ergänzt Vettel und verrät: "Ich weiß nicht, ob ich selbst offen darüber sprechen könnte. Deshalb sollten wir schätzen, wenn es jemand tut."

Das gilt umso mehr für seine ehemalige Heimat, den Motorsport. Das sei schließlich "noch die Welt, in der alte, weiße Männer eine Benzin-Party feiern" und in der manche Dinge bei vielen noch immer ein Tabu seien, mahnt der gebürtige Heppenheimer an.

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Eine Ansicht, die Ralf Schumacher so gar nicht passt! In einem Statement auf seinem offiziellen Instagram-Account stellt der Bruder von Rennsport-Legende Michael (56) daher klar: "Vielen Dank für die Wertschätzung. Allerdings finde ich die Bemerkung über alte, weiße Männer völlig daneben."

Ralf Schumacher beteuert: "Für mich war das Outing kein Problem!"

Sebastian Vettel (37) ist nach Michael Schumacher (56) der erfolgreichste deutsche Rennfahrer aller Zeiten.
Sebastian Vettel (37) ist nach Michael Schumacher (56) der erfolgreichste deutsche Rennfahrer aller Zeiten.  © Henning Kaiser/dpa

Hinzu kommt, dass die Darstellung Vettels schlicht nicht der Wahrheit entsprechen würde, meint Ralf, der die Worte seines einstigen Konkurrenten als "sehr engstirnig" einstuft.

Zumal er selbst ausschließlich positive Erfahrungen in der Königsklasse des Motorsports gemacht habe, beteuert der Hürther: "Für mich war das Outing kein Problem und ich wurde von der gesamten Formel 1 unterstützt."

Ralf hatte seine Beziehung zu Etienne Bousquet-Cassagne (35) im vergangenen Juli publik gemacht, nachdem er bereits über zwei Jahre mit dem Franzosen liiert war. Für seinen mutigen Schritt hatte der 49-Jährige damals viel Zuspruch erhalten.

Titelfoto: Bildmontage: Henning Kaiser/dpa, Erwin Scheriau/apa/dpa

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