Peter Maffay: Im Sommer ändert sich alles für seine Familie
Tutzing - Sein Leben nach der Abschiedstournee im vergangenen Jahr ist für Peter Maffay (75) keineswegs ruhiger geworden. Das sollte es auch nicht, wie er nun im TAG24-Interview verraten hat. Der Musiker und seine Ehefrau, Hendrikje Balsmeyer (37), stehen vor einer großen Veränderung. Ihre Tochter Anouk (6) wird im Sommer eingeschult.

"Anouk fühlt sich schon als Schulkind. Wir haben auch bereits den Schulranzen ausgesucht und sie würde ihn am liebsten jeden Tag in den Kindergarten mitnehmen", erzählt Balsmeyer.
Und weiter: "Sie interessiert sich für Zahlen und Buchstaben, möchte so schnell wie möglich Schreiben und Lesen können."
Wissbegierig ist die Kleine auf jeden Fall- "Jeden Abend lösen wir kleine Aufgaben, auf die Anouk neugierig ist." Manchmal seien es kleine Rechenaufgaben oder Englischvokabeln, die sie gern lernen möchte.
"Das macht ihr total Spaß und sie lernt spielerisch, natürlich ohne Druck", so die 37-Jährige.
Hendrikje Balsmeyer verarbeitet Aufregung in neuem Buch

"Aus der Perspektive von Anouk ist es eine große Veränderung in ihrem Leben. Aber sie freut sich schon sehr darauf. Wir haben den Eindruck, dass sie gerne in die Schule gehen wird, weil sie sehr kreativ und kontaktfreudig ist", gibt Maffay zu. "Das wird ein Abenteuer für alle. Vielleicht sind wir als Eltern sogar nervöser als sie."
Darum geht es auch in dem neuen Buch "Anouk und der verrückte erste Schultag", welches das Paar geschrieben hat und ab heute erhältlich ist. "Je näher der Schulalltag kommt, desto nervöser wird man. Mir ist aufgefallen, dass oft die Eltern und Großeltern viel aufgeregter sind als das Kind."
Deshalb habe sie diese witzige Idee gehabt, "wie alle chaotisch durchs Haus rennen, während Anouk total die Ruhe bewahrt und ihrer Familie sagt: 'Entspannt euch. Ich gehe doch nur in die Schule'", erklärt Balsmeyer.
"Ich habe alles sehr selbstironisch dargestellt. Die Geschichte darf man ruhig mit Humor nehmen", so die Autorin.
In Bayern wird die Einschulung nicht wie im Osten gefeiert
Bevor der Ernst des Lebens beginnt, wird es im Hause Maffay eine große Feier geben - obwohl das in ihrem Wohnort Tutzing gar nicht üblich ist.
"Ich musste leider feststellen, dass hier in Bayern die Einschulung nicht so zelebriert wird wie bei uns im Osten", sagt die gebürtige Hallenserin. "Hier geht die Familie am ersten Tag in die Schule mit, aber es gibt kein großes Fest am Samstag davor. Ich werde es mir nicht nehmen lassen, eine Feier auszurichten."
Dazu würden auch andere Kinder, die mit Anouk eingeschult werden, eingeladen werden.
"Ich finde es einfach wichtig, dass dieser Tag zelebriert wird und das Kind weiß: Jetzt kommt ein neuer Lebensabschnitt", so die 37-Jährige.
Diese Rituale pflegen Peter Maffay und seine Familie
Die Familie legt großen Wert darauf, bisherige Rituale in den neuen Schulalltag zu übertragen. "Aktuell ist es so, dass wir sie zusammen in den Kindergarten bringen. Das ist ein schöner Spaziergang am See." Am Nachmittag teilen sich die Eltern auf.
"Peter begleitet Anouk zum Beispiel zum Klavierunterricht, weil die beiden natürlich musikalische Interessen teilen. Ich bringe sie zum Turnen." Am Abend versuche man, es immer einzurichten, dass sie gemeinsam essen.
"Solche Rituale sind ganz wichtig, um sich gut zu organisieren und eine vertraute Atmosphäre zu schaffen", schildert die Autorin.
Tochter Anouk organisiert sich schon selbst

Doch sie sind sich auch der Veränderungen bewusst. "Man ist dann beispielsweise nicht mehr so flexibel in der Freizeitgestaltung. Aber wir wohnen hier so schön im Süden, sodass wir jederzeit rausfahren können. Das machen und leben wir jetzt schon, wenn wir zum Beispiel am Wochenende für zwei Tage zum Skilaufen gehen. Das können wir auch in Zukunft weiterhin so machen."
Erst vor Kurzem waren die drei in den Bergen. Da zeigte sich, wie groß Anouk schon geworden ist. "Als wir neulich zum Skifahren sind, hat sie eine Liste geschrieben, an was wir alles denken müssen. Das war ganz süß", erinnert sich die stolze Mama.
Ihr Mann ergänzt: "Anouk ging systematisch alles durch und hakte alles ab. Ich finde es bemerkenswert, wie ein kleiner Mensch so anfängt, sich selbst zu ordnen."
Keine alternative Schule für Maffays Tochter
Für die Gymnasiallehrerin und den Musiker stand außer Frage, dass Anouk eine staatliche Schule besuchen wird. "Die Entscheidung war ziemlich einfach, weil es in Tutzing nur eine Grundschule gibt", so die studierte Pädagogin.
"Wir haben uns gar nicht mit alternativen Schulkonzepten auseinandergesetzt, weil ich es gut finde, wie der allgemeine Lehrplan aufgestellt ist. Ich weiß, dass andere Kinder oder Eltern gerne alternative Konzepte annehmen. Aber ich glaube, dass das klassische Konzept gut zu Anouk passt."
Maffay drückt es noch konkreter aus: "Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass unser Kind normal und bodenständig abseits meiner Popularität aufwächst. Jede 'Exotik' würde sie meiner Meinung nach von dieser Normalität entfernen."
Am Anfang ihrer Entwicklung seien Alternativen, "die man mit anderen Schulmodellen verbindet, nicht unbedingt nötig".
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