Löbau - Seit 35 Jahren lebt "Öff Öff" ohne Ausweis, unabhängig von Staat und Besitz. Wie bereits im vorigen Jahr macht Deutschlands bekanntester Aussteiger gerade Osterurlaub im Georgewitzer Skalatal bei Löbau, wo er jahrelang hauste, sich von Blattläusen und Würmern ernährte. Er ist sicher: Unser aller Ende könne bald schon bevorstehen.
Der einstige Waldmensch, mit bürgerlichem Namen Jürgen Wagner (61), lebt mittlerweile zwar mit Solar-Panel und Swimmingpool in Hessen, aber der Kampf gegen die Welt-Korruption geht für ihn auch nach Corona weiter.
2010 holte ihn seine heutige Ehefrau, Anke Rochelt (53), aus dem Wald heraus. Ein Jahr später wurde Sohn Aljoscha (14) geboren.
Das eher spießige Leben sei kein Widerspruch zu seinen radikalen Prinzipien, meint Öff Öff im Campingstuhl vor dem Wohnmobil, in dem er mit Familie und zwei Hunden angereist ist: "Nicht Wald oder Stadt ist entscheidend, sondern die globale Verantwortung."
Die Utopie von einem gerechten Planeten, auf dem die Menschheit verantwortungsvoll und nicht von Gier (nach Besitz) getrieben handelt, lebe fort, unterstreicht der Ex-Waldbewohner und studierte Theologe, der sogar dem Papst die Hand geschüttelt hat.
Bekannter Aussteiger "Öff Öff": "Ich mache nichts unter der Rettung der Welt"
Aktuell arbeitet der Gründer der Schenker-Bewegung daran, "der KI ihre von Menschenhand eingeschriebene korrupte Wurzel zu ziehen", eine Superintelligenz zu erschaffen. Dabei scheint ihm die Aussichtslosigkeit des Unterfangens zwar bewusst zu sein.
Dennoch bleibt der sesshaft gewordene Waldmensch überzeugt von seinen Prinzipien: "Ich mache nichts unter der Rettung der Welt."