Bela B erzählt bei Kurt Krömer seine Geschichte: "Die hatten uns auf dem Kieker"
Berlin - In der mittlerweile 125. Folge von Kurt Krömers (50) Podcast "Feelings" ging es politisch zu. Im Studio nahm dieses Mal Bela B (62) von der Berliner Punkrockband "Die Ärzte" als Überraschungsgast Platz.

Der Musiker veröffentlichte in diesem Jahr seinen neuen Roman mit dem Titel "Fun", in dem es um Missbrauch und Machtspiele im Rockbusiness geht.
Passend dazu war auch sein Gastgeschenk ein Roman, nämlich: "Nur wer sich ändert, wird bestehen. Vom Ende der Wohlstandsillusion - Kursbestimmung für unsere Zukunft" von CDU-Chef Friedrich Merz (69).
Dazu erzählte der 62-Jährige die Geschichte, als Merz 2004 seinen Laptop an einem Taxistand am Berliner Ostbahnhof verlor. Darauf waren die Telefonnummern von wichtigen Politikern wie Gerhard Schröder (80, SPD) und Angela Merkel (70, CDU).
Der obdachlose Straßenzeitungs-Verkäufer Enrico J. fand das Notebook damals - und erhielt von Merz besagtes Buch mit der Widmung: "Vielen Dank an den ehrlichen Finder." Das war ein regelrechter Skandal.
Der Wahlhamburger hat selbst in seiner jahrzehntelangen Karriere mit den Ärzten schlechte Erfahrungen mit Parteien gemacht. So steht der Ärzte-Song "Geschwisterliebe", in dem es um Inzest geht, seit 1987 auf dem Index.
Zwar hätte die Band ihn nur selten live gespielt und das Publikum gebeten, nicht mitzusingen, erinnerte sich Bela B, aber die Besucher haben es dennoch getan. "Wir haben halt Straftatbestände erfüllt." Heutzutage spielen sie den Song, ohne zu singen und verweisen auf die indizierten Liedzeilen.
Bela B plaudert mit Kurt Krömer über "Die Ärzte"

"Da hatten sie uns halt aufm Kieker. Die machen Geld damit, dass sie unsere Jugendlichen verderben", blickte Bela B auf die Anfänge zurück.
Davon sei auch ein Konzert in Süddeutschland betroffen gewesen. "Wir durften in Ulm nicht spielen. Es wurde verboten. Und dann haben wir halt vor den Toren der Stadt gespielt und da gab es eine Demo – organisiert von den Grünen und der CSU", berichtete der 52-Jährige dem Gastgeber und ergänzte: "Da haben die zum ersten Mal zusammengearbeitet."
Krömer traute seinen Ohren kaum. "Die Grünen mit der CSU gegen euch?", fragte er ungläubig nach.
"Dann haben wir uns mit Feministinnen getroffen, die irgendwo anders im Süden eine Demo organisiert hatten und haben uns mit denen backstage hingesetzt und diskutiert", erzählte der Musiker. "Und dann sind sie gegangen und dann lagen da überall so abgeschnittene Wurststücke auf unseren Instrumenten."
Neue Folgen von "Feelings" erscheinen donnerstags überall dort, wo es Podcasts gibt. Exklusive Bonusfolgen sind bei Amazon Music mit einem Prime- oder Unlimited-Abo werbefrei abrufbar.
Titelfoto: Henning Kaiser/dpa, Henning Kaiser/dpa (Bildmontage)