Köthen - Jahrzehntelang war Andy Ritter (†37) drogenabhängig, verfiel vor seinem Tod auch noch dem Alkohol. Dennoch sah alles nach einer besseren Zukunft aus. Bis die schlimme Todesnachricht bei Familie Ritter eingeht.
Zuletzt lebte Andy in München, wo er eine Beziehung mit Nicole führt. Sie hatte ihn bei stern TV gesehen, ihn via Facebook kontaktiert. Die Liebe ist so groß, dass er seine Zelte in Köthen (Sachsen-Anhalt) abbricht und in die bayrische Landeshauptstadt übersiedelt. Das alles wird im zweiten Teil der VOX-Doku "30 Jahre Familie Ritter" gezeigt.
Wie er ist auch Nicole obdachlos. Sie hat vor Kurzem ihren Mann an Fentanyl-Missbrauch verloren. Die gemeinsame Tochter kam in Obhut.
In einer Straßenunterführung pennen die beiden, konsumieren weiter Drogen, trinken Alkohol. Zum Drehzeitpunkt befindet sich Nicole in Behandlung in einem Krankenhaus, nachdem sie wegen einer Knieentzündung kurz vor einer Sepsis steht.
"Sie ist mein Fels in der Brandung, sie ist mein Lebenselixier. Ohne sie würde ich nicht mehr leben, wirklich", schwärmt der 37-Jährige. Er hat Angst um ihre Gesundheit und: "Ich wünsche, dass wir das schaffen, mein Schatz." Raus aus den Drogen, runter von der Straße. Das war Andys großer Wunsch. Er sollte ihm verwehrt bleiben.
Familie Ritter: Andy "hatte 100.000 Probleme, aber hat sich drei Stunden deine Kacke angehört"
Wegen Schwarzfahrens sitzt der Sohn von Karin Ritter (†66) in der JVA Bernau, wird nach 50 Tagen entlassen. Sein erster Weg auf freiem Fuß führt ihn zum Kiosk, um sich eine kleine Schnapsflasche zu kaufen. Zu diesem Zeitpunkt sitzt seine Freundin Nicole in U-Haft.
Zurück am Schlafplatz folgt die große Überraschung. Sein Lager ist noch da - nach zweieinhalb Monaten. Doch Andy geht zum Jobcenter, beantragt Bürgergeld, besorgt sich über die Bahnhofsmission ein Zimmer. Wenn seine Freundin freigelassen wird, will er ihr eine Perspektive bieten.
Am 15. Juni 2023 hat ein stern-TV-Reporter das letzte Mal Kontakt zu Andy. Zwei Tage später meldet sich die Polizei bei der Familie - mit der Todesnachricht. "Ich dachte, die verarschen mich", sagt Angie, Partnerin von Karins Enkel David. "Es kommt ja immer mal vor, dass irgendwelcher Müll erzählt wird." David selbst habe den Tod seines "nicht so schlimmen" Onkels erst auf der Beerdigung realisiert. Die Todesursache ist unbekannt.
Angie spricht gut über ihren verstorbenen Schwager: "Der hatte 100.000 Probleme. Aber der hat sich erst drei Stunden deine Kacke angehört, dich 30 Mal getröstet und 500 gute Worte gefunden. Er hatte eine offene, ehrliche Art."
Die beiden Teile der stern-TV-Doku "30 Jahre Familie Ritter" seht Ihr auf Abruf bei RTL+.