Twitter antwortet auf Presse-Anfragen nur noch mit einem Haufen Sch...
San Francisco - Am Sonntag holte Elon Musk (51) zum nächsten Schlag gegen die von ihm ungeliebte Presse aus. Sämtliche Medien, die sich an die Twitter-Pressestelle wenden, erhalten als Antwort nur noch ein Kackhaufen-Emoji.
Am Sonntag verkündete der Twitter-Boss in einem Tweet, dass Presse-Anfragen künftig bloß noch mit einer automatisch generierten E-Mail beantwortet werden.
Diese Aussage von Musk nahm sich TAG24 zu Herzen und probierte es einmal aus. In einer Mail an Twitter fragten wir einmal nach, ob Musk die Aktion ernst meinte, und hinterließen schöne Grüße aus Deutschland.
Wenige Sekunden später trudelte auch schon die automatisierte Antwort von Twitter in unser Postfach ein. Kein Anschreiben, keine Grüße, nur ein lachender Kackhaufen mit zwei Augen.
Obwohl eine solche Aktion für ein Unternehmen dieser Größenordnung zunächst lustig erscheinen mag, birgt die dadurch verdeutlichte ablehnende Haltung gegenüber der medialen Berichterstattung auch Gefahren.
Musk, Twitter und die große Verschwörung
Seit der Übernahme der Plattform im Oktober vergangenen Jahres sorgte Musk schon mit so einigen Aktionen für Schlagzeilen. So kündigte der Milliardär direkt zu Beginn direkt mal einem großen Teil seiner Mitarbeiter.
Doch neben dem Unternehmen veränderte sich mit Musk als neuen Chef auch das Geschehen auf der Plattform selbst. Während viele "seriöse" Medien und Personen Twitter den Rücken kehrten, kamen auch bekannte und bereits gebannte Gesichter zurück.
So ließ Musk die Nutzerinnen und Nutzer selbst entscheiden, ob der gesperrte Account von Donald Trump wieder reaktiviert werden solle. Die Community antwortete mit "ja".
Doch nicht nur fragwürdige Accounts wurden entsperrt, auch der Boss selbst teilte in seinen Tweets immer wieder verschwörungstheoretische Inhalte und sperrte sogar die Profile einiger Journalisten.
Mieser Umgang mit den Medien!
Vor wenigen Tagen erst forderte der Tech-Milliardär zudem die Freilassung des infolge des Sturms auf das US-Kapitol inhaftierten "QAnon-Schamanen".
Neben Twitter gehören Musk auch noch der Autohersteller "Tesla" und der Raketenbauer "SpaceX". Wie verschiedene Medien bereits Ende 2020 berichteten, schaffte Musk bei Tesla ebenfalls die PR-Abteilung einfach ab. Sein Twitter-Account würde als Werbung ja ausreichen.
Doch es geht hier um mehr als nur Werbung. Wenn einer der reichsten Menschen der Welt so mit der Presse umgeht, unbeschadet damit durchkommt und sogar davon profitiert, dann gibt es für andere Konzerne ebenfalls kaum noch Gründe, sich an die Spielregeln der Medien-Landschaft zu halten.
Wenn Nachrichten bloß noch ungefiltert direkt von der Quelle kommen, ohne dass die Informationen von der Presse eingeordnet werden, dann ist das genauso fatal, als wenn Medien die ursprüngliche Nachricht für mehr Aufmerksamkeit stark verzerren.
Titelfoto: Bildmontage: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa-pool/dpa, Screenshot/privat