Hildegard Knef ganz privat: "Für mich soll's rote Rosen regnen" bald auf Leinwand
Von Lisa Forster
Berlin - Ein so reiches Leben wie das von Hildegard Knef (†76) auf eineinhalb Stunden zu bannen, ist eigentlich eine Unmöglichkeit. Ein neuer Kinofilm gibt Einblick in ihr Leben.

Man könnte sich gut eine Serie vorstellen, die die vielen Kapitel im Leben der schillernden Sängerin, Schauspielerin und Autorin (1925-2002) beleuchtet.
Knef war der erste deutsche Nachkriegs-Filmstar. Der Film "Ich will alles. Hildegard Knef" läuft ab dem 3. April im Kino und gibt zumindest 103 Minuten Einblick in einiges, was ihr Leben ausmachte. Regisseurin Luzia Schmid erzählt vom Aufwachsen Knefs im Berlin der Kriegszeit, ihren Schauspiel-, Gesangs- und Literatur-Erfolgen, privatem Glück und Rückschlägen.
Der Film, an dem Knefs Tochter Tinta (56) und ihr letzter Ehemann Paul von Schell (84) beteiligt sind, gibt allen, die noch nicht viel über Knef wussten, interessante Einblicke.
Fans können in alten Konzert-Aufnahmen und Interviews schwelgen. Viele dürfte der Film mit Ohrwürmern und der Motivation zurücklassen, sich eingehender mit dem Leben und Werk "der Knef" zu befassen.


Erster deutscher Nachkriegs-Filmstar neu auf Leinwand

Mit ihrer rauchigen Stimme und cleveren Liedtexten wurde Knef zur unverwechselbaren Chanson-Sängerin. Der Film startet mit einer Konzert-Aufnahme ihres größten Hits "Für mich soll's rote Rosen regnen". Knef singt im Paillettenkleid und ihren charakteristisch schwer hängenden Kunstwimpern.
Nicht nur in dieser Szene wird deutlich: Knef, gerne mit einer Zigarette im Mundwinkel und übergroßen Brillen auf, hatte das, was man heute "Swag" nennen würde - eine lässige, einzigartige Ausstrahlung.
Auch ein großes Thema: Knefs offener Umgang mit Medien. In den 1980er-Jahren spricht sie freimütig im Fernsehen über ihr Facelifting ("besser als Valium"). Immer wieder zeichnet der Film Knef als mutige, provokante und selbstbestimmte Person. Aber auch als verletzliche, die zeitweise wegen vieler Krankheiten und Operationen unter einer Tablettenabhängigkeit litt.
Die Berichterstattung über sie war oft respektlos. "Die Knef und die Grenzen des Geschmacks" und "Mehr Takt, liebe Hilde!" lauteten etwa Überschriften, nachdem ihre Beziehung zu dem damals noch verheirateten Schauspieler David Cameron bekannt wurde.
Titelfoto: Funkturm Verlag / rbb media/Piffl Medien/dpa