Filmstau nach Corona-Zwangspause: Kinostart-Wahnsinn ab 1. Juli!
Deutschland - Wer soll das denn bitte ansatzweise alles abgucken? Sollten die Kinos deutschlandweit wie geplant am 1. Juli wieder öffnen, dürften viele Cineasten überfordert sein. Es laufen in einem Monat nämlich sage und schreibe 78 (!) Filme an - und das nur Stand jetzt.

Es ist nämlich nicht ausgeschlossen, dass da noch weitere Neustarts hinzukommen. Nur mal zum Vergleich: Vor zwei Jahren waren es in diesem Hochsommer-Monat noch gut 30. Selbst diese Menge schaffen nur die wenigsten Filmfans abzugucken.
Auch von den wenigen hauptberuflichen Kritikern in ganz Deutschland wird es diesmal nur einem Bruchteil gelingen, alle 78 Werke abzusehen. Schließlich hat man ja auch noch bei Netflix, Amazon Prime Video, Sky und Disney+ viele neue Filme und Serien zur Auswahl, vom TV-Programm und Mediatheken mal ganz zu schweigen.
Das dürfte sich für die Branche - bis auf wenige Ausnahmen - zu einem echten Problem entwickeln. Schließlich werden nur die wenigsten Werke finanziell erfolgreich sein. Denn warum sollten die Menschen ausgerechnet bei vermutlich bestem Wetter in Massen in die Lichtspielhäuser strömen?
Wer sich nicht aktiv mit den Kinostarts beschäftigt, wird von den meisten Filmen, die anlaufen, nichts oder fast nichts mitbekommen, weil die Blockbuster großer Verleihe mit mehr PR-Power daherkommen und die Indie-Movies vermutlich am Box Office untergehen werden.
Um nur mal ein paar Beispiele zu nennen: Ab dem 1. Juli können sich die Zuschauer "Godzilla Vs. Kong", "Conjuring 3: Im Bann des Teufels", "Monster Hunter", "Peter Hase 2 - Ein Hase macht sich vom Acker", den dreifachen "Oscar"-Gewinner "Nomadland" und den zweifachen Academy-Award-Sieger "Judas and the Black Messiah" ansehen.

109 weitere Filme sollen (Stand jetzt) im August und September ihr Publikum im Kino finden

Das sind aber nur sechs von 21 (!) Starts in dieser Woche. Da manche Verleihe bereits im Juni starten und Filme wie "Der Mauretanier", "A Quiet Place 2", "Catweazle" oder "Chaos Walking" an vielen Standorten erst Anfang Juli hinzukommen, ist das eine völlig absurde Überfrachtung. Denn schon im Juni kann man aus 28 Werken seine Favoriten auswählen - sofern man ein offenes Kino in der Nähe hat.
Anschließend reißt der Strom natürlich nicht ab. Ab dem 8. Juli sind beispielsweise "Black Widow", "The Little Things", "Die Croods - Alles auf Anfang" und "The Nest" zu sehen.
Eine Woche später "Fast & Furious 9", "Space Jam 2: A New Legacy", der Award-Saison-Hit "Minari - Wo wir Wurzeln schlagen" und Daniel Brühls (42) Regie-Debüt "Nebenan".
Am 22. Juli werden vermutlich "Oscar"-Gewinner "Der Rausch", "Escape Room 2: No Way Out", "Snake Eyes: G.I. Joe Origins" und "In The Heights" alle anderen Starts in den Schatten stellen. Wiederum nur eine Woche später wird die Überflutung mit "Old", "Cash Truck", "Jungle Cruise", "Ostwind 5" und "The Green Knight" angeheizt.
Und der August ist mit 56 neuen Filmen (bei einer Startwoche weniger) bereits vollgepackt. Tendenz steigend. Im September laufen (Stand jetzt) ebenfalls 53 Werke an. So hat man zwar viel Auswahl, wird aber viel auslassen müssen. Schade!
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