Chlorgas-Austritt in Erlebnisbad: Fünf Menschen verletzt

Von Annkathrin Stich

Deggendorf - Fünf Mitarbeiter eines Erlebnisbads in Niederbayern sind bei einem Chlorgasaustritt am Donnerstag verletzt worden.

Feuerwehrleute sind nach dem Unglück auf dem Parkplatz des Erlebnisbads im Einsatz.
Feuerwehrleute sind nach dem Unglück auf dem Parkplatz des Erlebnisbads im Einsatz.  © Armin Weigel/dpa

Badegäste seien zu dem Zeitpunkt nicht im Deggendorfer Ganzjahresbad elypso im Ortsteil Natternberg gewesen, teilte die Polizei mit. Die verletzten Mitarbeiter kamen demnach mit leichten bis mittelschweren Verletzungen ins Krankenhaus.

Den Vorfall ordnete der Stadtbrandinspektor in Deggendorf dennoch im unteren Bereich der Warnschwelle ein. Zwar hätten Mitarbeiter über Atemwegsreizungen geklagt, eine größere Gefährdung habe aber zu keinem Zeitpunkt bestanden, sagte er.

Im Umkreis sei nie eine höhere Konzentration von Gefahrstoffen gemessen worden. Die Warnung der Bevölkerung erfolgte demnach vorsorglich.

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Die Feuerwehr lüftete laut Polizei das Schwimmbad. Als Vorsichtsmaßnahme sollten Anwohner daher ihre Fenster geschlossen lassen, sagte ein Polizeisprecher. Eine Gefahr außerhalb der unmittelbaren Umgebung bestehe aber nicht.

Die Warnapp Nina hatte Anwohner im Deggendorfer Ortsteil Natternberg zunächst aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten und nicht nach draußen zu gehen. Die Warnung wurde am frühen Nachmittag aufgehoben.

Erlebnisbad elypso in Deggendorf bleibt vorsorglich geschlossen

Zahlreiche Rettungskräfte sind vor Ort.
Zahlreiche Rettungskräfte sind vor Ort.  © Armin Weigel/dpa
Das Erlebnisbad elypso bleibt am Donnerstag vorsorglich geschlossen.
Das Erlebnisbad elypso bleibt am Donnerstag vorsorglich geschlossen.  © Armin Weigel/dpa

Das Erlebnisbad elypso sollte nach Angaben des Betreibers wegen des Vorfalls den ganzen Tag geschlossen bleiben.

Als Ursache für den Gasaustritt wurde auf der Internetseite eine technische Störung genannt - "verursacht durch einen Anwenderfehler". Die Menge des ausgetretenen Chlorgases bezeichnete der Betreiber als gering.

Laut Stadtbrandinspektor waren dennoch 150 Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort, etwa 15 weitere des Rettungsdienstes sowie Kräfte der Polizei, Mitarbeiter des Ordnungsamts und des Wasserwirtschaftsamts.

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Chlorgas wirkt ätzend auf die Atemwege und kann zu Flüssigkeit in der Lunge führen, ein Einatmen des Gases kann daher lebensgefährlich sein. Der Gefahrstoff kann auch über die Haut aufgenommen werden. In vielen Bädern wird Chlor zur Desinfektion des Badewassers verwendet.

Titelfoto: Armin Weigel/dpa

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