Schicksalhafter Gerichtsprozess: Klage bedroht Umweltschutz und Meinungsfreiheit

North Dakota (USA) - Ein Gerichtsprozess wird bald über die Zukunft der Umweltorganisation Greenpeace entscheiden. Laut Greenpeace selbst wird das Urteil nicht nur für den Umweltschutz, sondern auch für die Meinungsfreiheit in den Vereinigten Staaten eine große Rolle spielen.

Auch bei eisigen Temperaturen verteidigten die Aktivisten ihr Lager, um den Bau der Pipeline zu verhindern.  © SCOTT OLSON/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/GETTY IMAGES VIA AFP

Klage gegen die Naturschützer wurde vom Energieunternehmen "Energy Transfer" eingereicht. Der Prozess begann am gestrigen Montag an einem Gericht in North Dakota und soll sich über mehrere Wochen ziehen, wie BBC berichtet.

Es geht dabei um Proteste gegen die sogenannte "Dakota Access Pipeline", mit der das Unternehmen, seit der Unterstützung durch Präsident Donald Trump (78) während seiner ersten Amtszeit 2017, Öl fördert.

Tausende hatten damals versucht, mit Protesten den Bau der Pipeline in der Nähe des Standing Rock Sioux Reservats zu verhindern.

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Bereits im Jahr 2016 begannen die Proteste, die sich bis zum Februar 2017 zogen, mit der Errichtung eines Lagers durch indigene Gruppen. Sie fanden ihr Ende, als Nationalgarde und Polizei das Protestlager räumten.

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Greenpeace soll eine vernichtend hohe Summe zahlen

Greenpeace wird vorgeworfen, mit ihren Aktionen maßgeblich für die finanziellen Schäden des Energieunternehmens verantwortlich zu sein.  © Tim Exton/AFP

Für die massiven Einbußen, die das Unternehmen durch die Gegenwehr verzeichnen musste, soll jetzt Greenpeace zur Rechenschaft gezogen werden.

Etwa 285 Millionen Euro fordert das Unternehmen als Schadenersatz - eine Summe, die der 50-jährigen Naturschutzarbeit von Greenpeace ein plötzliches Ende setzen könnte.

Die NGO selbst betont aber, dass man die Proteste gar nicht selbst angeführt habe. Außerdem sehen die Aktivisten die Meinungsfreiheit stark gefährdet, sollte sich die Klage vor Gericht durchsetzen können.

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Laut den Anwälten von Greenpeace hatte man die Demonstranten lediglich mit einem "Training für gewaltfreie, direkte Aktionen" unterstützt.

Ob sich dieses Argument beim Prozess im konservativen North Dakota durchsetzen kann, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

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