Ukraine-Krieg: Vorwürfe aus Kiew nach russischem Angriff mit 18 Toten

Ukraine - Nach einem schweren Raketenangriff auf die ukrainische Großstadt Krywyj Rih mit vielen Toten und Verletzten hat Kiew dem russischen Militär die Kriegführung gegen Zivilisten vorgeworfen.

Wolodymyr Selenskyj (47, r.) lässt es sich nicht nehmen, im Krankenhaus für ein Selfie zu posieren.
Wolodymyr Selenskyj (47, r.) lässt es sich nicht nehmen, im Krankenhaus für ein Selfie zu posieren.  © AFP PHOTO / UKRAINIAN PRESIDENTIAL PRESS SERVICE

Allein in den vergangenen 24 Stunden habe das russische Militär Angriffe auf die Städte Krywyj Rih und Charkiw sowie ein Kraftwerk in Cherson lanciert - trotz einer Abmachung zum Schutz von Energieanlagen, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. "Alle russischen Versprechen enden mit Raketen und Drohnen, Bomben oder Artillerie", fügte er hinzu.

In der südostukrainischen Industriestadt Krywyj Rih am Freitag wurden durch einen russischen Raketenschlag nach Behördenangaben 18 Menschen getötet. Die Rakete sei im Wohngebiet bei einem Kinderspielplatz eingeschlagen.

Unter den Opfern seien auch neun Kinder, schrieb Gebietsgouverneur Serhij Lyssak auf Telegram. Mehr als 60 Menschen wurden seinen Angaben zufolge verletzt.

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Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Ticker.

5. April, 7.11 Uhr: Kiew hofft weiter auf Truppenkontingente

In einer Videobotschaft ging Selenskyj auf ein Treffen ukrainischer Militärs mit Vertretern Frankreichs und Großbritanniens ein.

Dabei seien Details zur Stationierung von deren Sicherheitskontingenten besprochen worden. Es gebe spürbare Fortschritte auf dem Weg zu Sicherheitsgarantien für die Ukraine, lobte der Präsident. Paris und London führen eine "Koalition der Willigen" an, die einen möglichen Frieden in der Ukraine absichern will.

5. April, 7.09 Uhr: Kiew nennt russischen Beschuss von Kraftwerken gezielt

Krywyj Rih reiht sich dabei nach den Worten Selenskyjs nur in die Serie jüngster russischer Angriffe auf zivile Objekte ein.

In Charkiw seien so nach russischen Drohnenangriffen aus der Nacht zuvor mit fünf Toten und 34 Verletzten immer noch die Bergungsarbeiten im Gange. Auch der Treffer mit einer per Kamera gesteuerten Drohne in einem Kraftwerk könne kein Zufall sein - "die Russen wissen, dass es sich um eine Energieanlage handelt und diese Anlagen gemäß den Versprechen Russlands gegenüber der amerikanischen Seite vor jeglichen Angriffen geschützt werden müssen", warf er Russland vor.

5. April, 7.04 Uhr: Russland will keine Feuerpause laut Selenskyi

Getroffen worden sei eine gewöhnliche Stadt, der Schlag sei gegen eine belebte Straße und Wohnhäuser geführt worden, hatte Selenskyj schon in einer ersten Reaktion bei Telegram beklagt.

"Es gibt nur einen Grund, warum das weitergeht: Russland will keine Feuerpause, und wir sehen das." Der ukrainische Staatschef forderte, den Druck auf Moskau zu erhöhen: Amerika, Europa und der Rest der Welt hätten genügend Möglichkeiten, um Russland zu zwingen, Terror und Krieg einzustellen.

Autos und Garagen seien in Brand geraten und rund zwei Dutzend mehrstöckige Wohnhäuser beschädigt worden, erklärte derweil Lyssak. Die Heimatstadt von Präsident Selenskyj liegt gut 70 Kilometer von der Frontlinie entfernt.

Mehrere Autos und Garagen gingen in Flammen auf, rund zwei Dutzend mehrstöckige Wohnhäuser wurden bei den Angriffen beschädigt. (Archivbild)
Mehrere Autos und Garagen gingen in Flammen auf, rund zwei Dutzend mehrstöckige Wohnhäuser wurden bei den Angriffen beschädigt. (Archivbild)  © Uncredited/Ukrainian Emergency Service/dpa

4. April, 21.57 Uhr: Selenskyj wirft Moskau Angriffe auf zivile Objekte vor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) hat Russland die bewusste Kriegsführung gegen Städte und andere zivile Einrichtungen vorgeworfen.

Allein in den vergangenen 24 Stunden habe das russische Militär Angriffe auf die Städte Krywyj Rih und Charkiw sowie ein Kraftwerk in Cherson lanciert - trotz einer Abmachung zum Schutz von Energieanlagen, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. "Alle russischen Versprechen enden mit Raketen und Drohnen, Bomben oder Artillerie", fügte er hinzu.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47).
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47).  © Ukraine Presidency/Ukrainian Pre/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

4. April, 19.30 Uhr: Für Rubio müssen bald echte Fortschritte vom Kreml zu sehen sein

Die USA werden nach Einschätzung ihres Außenministers Marco Rubio (53) binnen Wochen Klarheit darüber haben, ob der russische Präsident Wladimir Putin (72) ernsthaft an den Ukraine-Verhandlungen interessiert ist.

"Wir werden schon bald wissen, in wenigen Wochen, nicht in Monaten, ob es Russland mit dem Frieden Ernst meint oder nicht. Ich hoffe, dass sie es tun. Es wäre gut für die Welt", sagte Rubio vor seiner Abreise aus Brüssel.

US-Präsident Donald Trump (78) werde nicht in die Falle einer Reihe endloser Verhandlungen tappen. Wenn Moskau Frieden wolle, wäre das großartig. Wenn nicht, müssten die USA neu bewerten, "wo wir stehen und wie wir vorgehen." Es sei klar, dass Washington bald echte Fortschritte sehen müsse, "oder wir müssen zu dem Schluss kommen, dass sie nicht am Frieden interessiert sind".

US-Außenminister Marco Rubio (53).
US-Außenminister Marco Rubio (53).  © Nicolas Tucat/Pool AFP via AP/dpa

4. April, 19 Uhr: Viele Tote nach russischem Raketenschlag auf Krywyj Rih

In der südostukrainischen Industriestadt Krywyj Rih sind durch einen russischen Raketenschlag nach Behördenangaben mindestens zwölf Menschen getötet worden.

Mehr als 50 weitere seien verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung, Olexander Wilkul, bei Telegram mit. Der Angriff sei mit einer ballistischen Rakete durchgeführt worden.

4. April, 15.44 Uhr: Kreml-Gesandter erwähnt Sicherheitsgarantien für Ukraine

Der russische Unterhändler Kirill Dmitrijew (49) hat nach Gesprächen in Washington Sicherheitsgarantien für die Ukraine nicht ausgeschlossen. Er habe sich auf Wirtschaft fokussiert und könne nur hypothetisch über dieses spezielle Thema sprechen, sagte der Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin (72) in einem Interview mit dem Sender Fox News.

"Aber ich denke, dass die Ukraine der Nato beitritt, ist, wie unser Präsident sagte, überhaupt nicht möglich." Das sei weitgehend akzeptiert worden, auch von der Trump-Administration. "Wissen Sie, manche Sicherheitsgarantien in irgendeiner Form könnten akzeptabel sein", führte er aus, bevor er mit einer Frage zu Putins Bereitschaft zu einem Deal unterbrochen wurde. Auf die Frage, ob Moskau die Aufhebung von Sanktionen zur Bedingung einer Feuerpause mache, sagte Dmitrijew, Russland frage derzeit nicht nach einer Aufhebung.

Der russische Unterhändler Kirill Dmitrijew (49).
Der russische Unterhändler Kirill Dmitrijew (49).  © Evelyn Hockstein/Pool Reuters/dpa

4. April, 15.38 Uhr: Trumps Geduld mit Putin kurz vorm Ende - Was droht Russland bald?

Bei ihren Bemühungen um eine Waffenruhe in der Ukraine verlieren die USA nach Angaben aus Nato-Kreisen die Geduld mit Russland.

Außenminister Marco Rubio (53) machte bei einem Bündnistreffen in Brüssel deutlich, dass Präsident Donald Trump (78) die aktuelle Hinhaltetaktik von Russlands Präsident Wladimir Putin (72) vermutlich nicht mehre lange akzeptieren werde. Es gehe dabei eher um "Wochen als um Monate", ergänzte er nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen des Treffens.

Unklar blieb demnach allerdings, wie die USA in dem Fall reagieren würden, dass Putin seinen Kurs nicht ändert. Als Optionen gelten neue US-Sanktionen gegen die russische Wirtschaft, aber auch neue Waffenhilfen für die Ukraine.

US-Präsident Donald Trump (78) will endlich Erfolge im Ukraine-Krieg vorweisen.
US-Präsident Donald Trump (78) will endlich Erfolge im Ukraine-Krieg vorweisen.  © Uncredited/AP/dpa

4. April, 6.17 Uhr: Vier Tote bei russischen Angriffen auf Charkiw

Bei russischen Drohnenangriffen sind nach ukrainischen Angaben mindestens drei Menschen in Charkiw im Osten der Ukraine getötet worden.

32 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der ukrainische Rettungsdienst am Freitag im Onlinedienst Telegram mit. Darunter sei auch ein Kind.

4. April, 6.10 Uhr: Mehr als 4000 russische Panzer im Ukraine-Krieg zerstört

Russland hat nach US-Angaben im Krieg gegen die Ukraine bislang mehr als 4000 Panzer verloren.

Die Zahl zerstörter Panzer entspreche beinahe dem US-Kontingent an Panzern, sagte der oberste US-General in Europa, Christopher Cavoli, am Donnerstag in einer Anhörung im Streitkräfteausschuss des US-Senats in Washington.

Ein ausgebrannter russischer Panzer. (Archivbild)
Ein ausgebrannter russischer Panzer. (Archivbild)  © ROMAN PILIPEY / AFP

4. April, 6.03 Uhr: Selenskyj hält Kursk-Offensive für Erfolg

Trotz des weitgehenden Rückzugs ukrainischer Truppen aus der russischen Region Kursk sieht Präsident Wolodymyr Selenskyj den Vorstoß auf Feindgebiet als Erfolg.

"Es ist absolut fair, den Krieg dorthin zu verlagern, wo er herkommt", sagte Selenskyj in einer Videobotschaft.

Er zeichnete das Video nach eigenen Angaben in der ukrainischen Grenzregion Sumy auf, von der aus die Ukrainer im August 2024 auf russisches Gebiet vorgedrungen waren. Mit den Kommandeuren der noch in Kursk kämpfenden Einheiten habe er besprochen, welche Ausrüstung und Unterstützung sie benötigten. "Wir arbeiten daran, unsere Stellungen zu schützen", sagte Selenskyj.

Titelfoto: Uncredited/Ukrainian Emergency Service/dpa

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