Ukraine-Krieg: Trumps Geduld mit Putin kurz vorm Ende - Was droht Russland bald?

Ukraine - Die Außenminister der Nato-Staaten schließen ihr Treffen in Brüssel ab. Dabei soll es auch um die Ukraine gehen. Die fordert mehr Druck auf Russland - und rechnet bald mit heftigeren Angriffen.

Wolodymyr Selenskyj (47, r.) lässt es sich nicht nehmen, im Krankenhaus für ein Selfie zu posieren.
Wolodymyr Selenskyj (47, r.) lässt es sich nicht nehmen, im Krankenhaus für ein Selfie zu posieren.  © AFP PHOTO / UKRAINIAN PRESIDENTIAL PRESS SERVICE

Vor dem Abschluss des zweitägigen Treffens der Nato-Außenminister fordert die Ukraine von dem Verteidigungsbündnis stärkeren Druck auf Russland zur Umsetzung einer Friedenslösung. "Russland muss es mit dem Frieden ernst meinen. Dafür ist es an der Zeit, den Druck auf Moskau zu erhöhen", sagte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha.

In der Nacht wurde über weiten Teilen der Ukraine erneut Luftalarm ausgelöst. Die Großstadt Charkiw im Osten wurde von mehreren russischen Kampfdrohnen angegriffen. Dabei seien mindestens drei Menschen getötet worden, teilte Bürgermeister Ihor Terechow mit.

Die Außenminister der Nato-Staaten kommen heute zu einem Austausch mit EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas zusammen. Dabei soll es auch um den Beitrag der Europäischen Union zu den aktuellen Aufrüstungsbemühungen gehen.

Ukraine-Krieg: Trump gibt bittere Einschätzung zur Ukraine ab
Ukraine Ukraine-Krieg: Trump gibt bittere Einschätzung zur Ukraine ab

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Ticker.

4. April, 21.57 Uhr: Selenskyj wirft Moskau Angriffe auf zivile Objekte vor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) hat Russland die bewusste Kriegsführung gegen Städte und andere zivile Einrichtungen vorgeworfen.

Allein in den vergangenen 24 Stunden habe das russische Militär Angriffe auf die Städte Krywyj Rih und Charkiw sowie ein Kraftwerk in Cherson lanciert - trotz einer Abmachung zum Schutz von Energieanlagen, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. "Alle russischen Versprechen enden mit Raketen und Drohnen, Bomben oder Artillerie", fügte er hinzu.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47).
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47).  © Ukraine Presidency/Ukrainian Pre/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

4. April, 19.30 Uhr: Für Rubio müssen bald echte Fortschritte vom Kreml zu sehen sein

Die USA werden nach Einschätzung ihres Außenministers Marco Rubio (53) binnen Wochen Klarheit darüber haben, ob der russische Präsident Wladimir Putin (72) ernsthaft an den Ukraine-Verhandlungen interessiert ist.

"Wir werden schon bald wissen, in wenigen Wochen, nicht in Monaten, ob es Russland mit dem Frieden Ernst meint oder nicht. Ich hoffe, dass sie es tun. Es wäre gut für die Welt", sagte Rubio vor seiner Abreise aus Brüssel.

US-Präsident Donald Trump (78) werde nicht in die Falle einer Reihe endloser Verhandlungen tappen. Wenn Moskau Frieden wolle, wäre das großartig. Wenn nicht, müssten die USA neu bewerten, "wo wir stehen und wie wir vorgehen." Es sei klar, dass Washington bald echte Fortschritte sehen müsse, "oder wir müssen zu dem Schluss kommen, dass sie nicht am Frieden interessiert sind".

US-Außenminister Marco Rubio (53).
US-Außenminister Marco Rubio (53).  © Nicolas Tucat/Pool AFP via AP/dpa

4. April, 19 Uhr: Viele Tote nach russischem Raketenschlag auf Krywyj Rih

In der südostukrainischen Industriestadt Krywyj Rih sind durch einen russischen Raketenschlag nach Behördenangaben mindestens zwölf Menschen getötet worden.

Mehr als 50 weitere seien verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung, Olexander Wilkul, bei Telegram mit. Der Angriff sei mit einer ballistischen Rakete durchgeführt worden.

4. April, 15.44 Uhr: Kreml-Gesandter erwähnt Sicherheitsgarantien für Ukraine

Der russische Unterhändler Kirill Dmitrijew (49) hat nach Gesprächen in Washington Sicherheitsgarantien für die Ukraine nicht ausgeschlossen. Er habe sich auf Wirtschaft fokussiert und könne nur hypothetisch über dieses spezielle Thema sprechen, sagte der Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin (72) in einem Interview mit dem Sender Fox News.

"Aber ich denke, dass die Ukraine der Nato beitritt, ist, wie unser Präsident sagte, überhaupt nicht möglich." Das sei weitgehend akzeptiert worden, auch von der Trump-Administration. "Wissen Sie, manche Sicherheitsgarantien in irgendeiner Form könnten akzeptabel sein", führte er aus, bevor er mit einer Frage zu Putins Bereitschaft zu einem Deal unterbrochen wurde. Auf die Frage, ob Moskau die Aufhebung von Sanktionen zur Bedingung einer Feuerpause mache, sagte Dmitrijew, Russland frage derzeit nicht nach einer Aufhebung.

Der russische Unterhändler Kirill Dmitrijew (49).
Der russische Unterhändler Kirill Dmitrijew (49).  © Evelyn Hockstein/Pool Reuters/dpa

4. April, 15.38 Uhr: Trumps Geduld mit Putin kurz vorm Ende - Was droht Russland bald?

Bei ihren Bemühungen um eine Waffenruhe in der Ukraine verlieren die USA nach Angaben aus Nato-Kreisen die Geduld mit Russland.

Außenminister Marco Rubio (53) machte bei einem Bündnistreffen in Brüssel deutlich, dass Präsident Donald Trump (78) die aktuelle Hinhaltetaktik von Russlands Präsident Wladimir Putin (72) vermutlich nicht mehre lange akzeptieren werde. Es gehe dabei eher um "Wochen als um Monate", ergänzte er nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen des Treffens.

Unklar blieb demnach allerdings, wie die USA in dem Fall reagieren würden, dass Putin seinen Kurs nicht ändert. Als Optionen gelten neue US-Sanktionen gegen die russische Wirtschaft, aber auch neue Waffenhilfen für die Ukraine.

US-Präsident Donald Trump (78) will endlich Erfolge im Ukraine-Krieg vorweisen.
US-Präsident Donald Trump (78) will endlich Erfolge im Ukraine-Krieg vorweisen.  © Uncredited/AP/dpa

4. April, 6.17 Uhr: Vier Tote bei russischen Angriffen auf Charkiw

Bei russischen Drohnenangriffen sind nach ukrainischen Angaben mindestens drei Menschen in Charkiw im Osten der Ukraine getötet worden.

32 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der ukrainische Rettungsdienst am Freitag im Onlinedienst Telegram mit. Darunter sei auch ein Kind.

4. April, 6.10 Uhr: Mehr als 4000 russische Panzer im Ukraine-Krieg zerstört

Russland hat nach US-Angaben im Krieg gegen die Ukraine bislang mehr als 4000 Panzer verloren.

Die Zahl zerstörter Panzer entspreche beinahe dem US-Kontingent an Panzern, sagte der oberste US-General in Europa, Christopher Cavoli, am Donnerstag in einer Anhörung im Streitkräfteausschuss des US-Senats in Washington.

Ein ausgebrannter russischer Panzer. (Archivbild)
Ein ausgebrannter russischer Panzer. (Archivbild)  © ROMAN PILIPEY / AFP

4. April, 6.03 Uhr: Selenskyj hält Kursk-Offensive für Erfolg

Trotz des weitgehenden Rückzugs ukrainischer Truppen aus der russischen Region Kursk sieht Präsident Wolodymyr Selenskyj den Vorstoß auf Feindgebiet als Erfolg.

"Es ist absolut fair, den Krieg dorthin zu verlagern, wo er herkommt", sagte Selenskyj in einer Videobotschaft.

Er zeichnete das Video nach eigenen Angaben in der ukrainischen Grenzregion Sumy auf, von der aus die Ukrainer im August 2024 auf russisches Gebiet vorgedrungen waren. Mit den Kommandeuren der noch in Kursk kämpfenden Einheiten habe er besprochen, welche Ausrüstung und Unterstützung sie benötigten. "Wir arbeiten daran, unsere Stellungen zu schützen", sagte Selenskyj.

2. April, 17.47 Uhr: Tote nach russischem Raketenschlag auf Krywyj Rih

Durch einen russischen Raketenschlag sind in der südostukrainischen Industriestadt Krywyj Rih mindestens vier Menschen getötet worden.

Drei weitere wurden verletzt, teilte der Chef der örtlichen Militärverwaltung, Olexander Wilkul, bei Telegram mit. Eine ballistische Rakete sei in ein Objekt der zivilen Infrastruktur eingeschlagen und es gebe einen großen Brand. Weitere mehrstöckige Wohnhäuser seien in Mitleidenschaft gezogen worden. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben nicht.

2. April, 16.59 Uhr: Moskau plant schärfere Strafen für Kriegsgegner

Das russische Parlament, die Staatsduma, hat ein neues Gesetzespaket gegen Kriegsgegner auf den Weg gebracht.

"Wer feige ins Ausland abgehauen ist und von dort weiter unserem Land schadet, ukrainische Nazis finanziert, die russische Armee diskreditiert und zu Verbrechen gegen Russland aufruft, muss begreifen, dass er sich dafür verantworten muss", sagte Duma-Chef Wjatscheslaw Wolodin (61) der offiziellen Homepage des Parlaments zufolge.

Die von mehr als 400 Abgeordneten eingebrachten Gesetze wurden in erster Lesung angenommen. Für die Verabschiedung sind drei Lesungen nötig.

Duma-Chef Wjatscheslaw Wolodin (61).
Duma-Chef Wjatscheslaw Wolodin (61).  © -/AP/dpa

2. April, 16.40 Uhr: Nato-Chef gibt Update zu Kriegshilfen in diesem Jahr

Die von Russland angegriffene Ukraine kann ungeachtet der Friedensbemühungen von US-Präsident Donald Trump (78) auf militärische Unterstützung aus dem Kreis der Nato-Staaten setzen.

"In den ersten drei Monaten dieses Jahres haben Alliierte bereits Sicherheitsunterstützung im Wert von mehr als 20 Milliarden Euro für das Jahr 2025 zugesagt", sagte Nato-Generalsekretär Mark Rutte (58) bei einer Pressekonferenz in Brüssel. Zudem werde auch die Nato-Militärhilfekoordinierung über das Kommando in Wiesbaden fortgesetzt. "Die Bedrohung durch Russland bleibt bestehen", betonte Rutte.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte (58).
Nato-Generalsekretär Mark Rutte (58).  © Antti Aimo-Koivisto/Lehtikuva/dpa

2. April, 6.17 Uhr: Baerbock - Europa steht weiter gegen Putin an Moldaus Seite

Die geschäftsführende Außenministerin Annalena Baerbock sagt der kleinen Ex-Sowjetrepublik Moldau vor den dortigen Parlamentswahlen im Herbst europäische und deutsche Unterstützung gegen Einflussversuche des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu.

Mit Desinformation, Fake-News-Kampagnen und Stimmenkauf werde Putin "erneut versuchen, Demokratie und Freiheit in Moldau zu untergraben", kritisierte die Grünen-Politikerin, die am Abend in der ukrainischen Hauptstadt Kiew nach Moldau aufbrach.

Baerbock nannte Moldaus Demokratie wehrhaft, eine Zukunft in der EU sei greifbar. "Daher lassen auch wir Europäer in unserer Unterstützung nicht nach und stehen weiter fest an der Seite Moldaus." Das Land habe sich entschlossen auf den Weg in Richtung EU gemacht.

Auch mit europäischer und deutscher Hilfe habe Moldau seine Wirtschaft stabilisiert, Russlands hybriden Angriffen getrotzt und Inflation und Energiekrise in den Griff bekommen.

Außenministerin Annalena Baerbock (44) spricht bei der Konferenz der Moldau-Unterstützungsplattform im Palast der Republik in Chisinau.
Außenministerin Annalena Baerbock (44) spricht bei der Konferenz der Moldau-Unterstützungsplattform im Palast der Republik in Chisinau.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

1. April, 23 Uhr: Selenskyj kündigt Militärtreffen in der Ukraine an

In der Ukraine sprechen an diesem Freitag führende westliche Militärs nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj über eine mögliche Stationierung von Soldaten in dem Land.

Es handele sich um einen engen Kreis von Ländern, die bereit seien, Kontingente zu stationieren, sagte Selenskyj bei einem Treffen mit Bundesaußenministerin Annalena Baerbock in Kiew.

Er hatte ein Treffen auf Ebene der Generalstabschefs Frankreichs, Großbritanniens und der Ukraine bereits am vergangenen Freitag angekündigt, aber keinen Termin genannt. Zuvor hatten sich in der so bezeichneten "Koalition der Willigen" vor allem Paris und London zur Entsendung von Truppen in die Ukraine bereiterklärt, um dort einen möglichen künftigen Waffenstillstand zu überwachen.

Russland lehnt eine Stationierung von Truppen aus Nato-Staaten in der Ukraine kategorisch ab und warnt vor einer Eskalation in dem Konflikt. Deutschland lehnt eine Truppenentsendung ab.

Titelfoto: Uncredited/AP/dpa

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