Hunderte ziehen im Streik bei Charité-Tochter vor das Parlament: "Kai, komm raus"
Von Mia Bucher, Antje Kayser
Berlin - Hunderte Angestellte des Charité Facility Managements (CFM) haben für die Eingliederung in den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) demonstriert.

650 bis 700 Menschen seien auf die Straße gegangen, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Gisela Neunhöffer der dpa.
Laut Polizei waren 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet. Die Demonstration startete an der Charité und sollte vor dem Abgeordnetenhaus enden.
Die Demo führte auch an der Mohrenstraße vorbei. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (52, CDU) nimmt dort an der Ost-Ministerpräsidentenkonferenz teil. Vor Ort waren "Kai, komm raus"-Sprechchöre zu hören. Man habe Wegner Grüße überbringen und ihn an sein Wahlversprechen erinnern wollen, die Charité-Tochterunternehmen in den Mutterkonzern einzugliedern, sagte Neunhöffer.
Seit Mittwoch befinden sich Beschäftigte der CFM in einem unbefristeten Streik. Sie fordern eine Bezahlung nach dem an der Charité gültigen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst.
Streik erlaubt, aber umfassende Notdienste müssen drin sein

Die CFM hatte noch versucht, den unbefristeten Streik vor Gericht zu verbieten. Das Gericht entschied für die Streikenden, erlegte ihnen aber umfassende Notdienste auf. Diese gehen laut Neunhöffer weit über das hinaus, was für die direkte Patientenversorgung nötig sei.
Der volle Urteilstext liege noch nicht vor, Verdi werde aber voraussichtlich in Berufung gehen.
Im Koalitionsvertrag von CDU und SPD heißt es unter anderem: "Die Koalition wird die Rückführung der Tochterunternehmen der landeseigenen Krankenhäuser schnellstmöglich durchführen."
Auch ist von einer schrittweisen Angleichung des Tarifniveaus von Tochterunternehmen landeseigener Unternehmen die Rede, sofern keine unabweisbaren sachlichen Gründe dagegen stehen.
Titelfoto: Jens Kalaene/dpa