Charité-Tochter CFM streikt unbefristet: Einschränkungen für Patienten

Von Mia Bucher und Antje Kayser

Berlin - Krankentransport, Reinigung und Sicherheit: Bei der Charité-Tochtergesellschaft CFM in Berlin hat am heutigen Mittwoch ein unbefristeter Streik begonnen.

Die rund 3500 Beschäftigten der Charité Facility Management (CFM) sind aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. (Archivbild)
Die rund 3500 Beschäftigten der Charité Facility Management (CFM) sind aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. (Archivbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Mit Beginn der Frühschicht haben die Beschäftigten der CFM die Arbeit auf unbestimmte Zeit niedergelegt. Der Streik habe wie geplant begonnen, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Gisela Neunhöffer. Die Stimmung sei gut und die Beteiligung besser als bei den vorherigen Warnstreiktagen.

Bei der fünften Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft Verdi und der CFM war am Montag keine Einigung gefunden worden.

"Es wird zu Einschränkungen kommen, die wir durch Priorisieren und Umorganisieren von Abläufen so gering wie möglich halten", teilte die Arbeitgeberseite auf Anfrage mit.

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Wie die Einschränkungen für Patienten konkret aussehen, blieb aber offen.

Bei der Charité Facility Management GmbH (CFM) arbeiten rund 3500 Menschen in den Bereichen Medizintechnik, Krankentransport, Außenanlagepflege, Reinigung oder Sicherheit.

Für 3200 von ihnen fordert Verdi eine Bezahlung nach dem an der Charité gültigen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. 99,3 Prozent der Verdi-Mitglieder bei der CFM hatten in einer Urabstimmung für einen unbefristeten Streik gestimmt.

Verdi sprach von einer Blockadehaltung der Geschäftsführung, die nicht bereit gewesen sei, ein Angebot vorzulegen, auf dessen Grundlage man verhandeln könne.

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Die Charité sieht sich gut gerüstet für den Streik.
Die Charité sieht sich gut gerüstet für den Streik.  © Soeren Stache/dpa

"Für diesen Tarifkonflikt und die möglichen Auswirkungen auf die Patientenversorgung trägt die Koalition aus CDU und SPD maßgebliche Mitverantwortung", sagte Verdi-Verhandlungsführerin Gisela Neunhöffer. Der Tarifstreit schwelt seit Jahren.

Die CFM-Geschäftsführung hatte mitgeteilt, dass mit der Eingliederung in den TVöD eine Lohnkostensteigerung von 40,9 Prozent beziehungsweise 42,7 Millionen Euro jährliche Mehrkosten einhergingen.

"Wir können keine Forderungen umsetzen, die zu einer Existenzgefährdung der CFM führen", erklärten Juliane Kaufmann und Simon Batt-Nauerz von der CFM-Geschäftsführung kürzlich. Der bestehende Entgelttarifvertrag der CFM liege im Vergleich über dem Branchentarif für Reinigung, Sicherheit oder Catering.

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Die Charité teilte mit, man bedauere, dass die Tarifpartnerin der CFM die Verhandlungen abgebrochen habe und hoffe auf zeitnahe konstruktive Beratungen. "Auf einen unbefristeten Streik sind wir vorbereitet."

Erstmeldung um 6.50 Uhr, zuletzt aktualisiert um 10.17 Uhr,

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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