1500 Gegendemonstranten stellen sich Pegida und Höcke entgegen
Dresden - Es war wohl eher die Wiederkehr des Gegenprotests: Stellten sich früher den allmontäglichen Pegida-Aufzügen in Dresden sonst nur eine Handvoll Demonstranten entgegen, zogen die Stars der rechten Szene, Björn Höcke (51, AfD) und Andreas Kalbitz (50), am heutigen Montag mehr Gegenprotest als die eigentliche rechtsextreme Demo an.
Die Polizei teilte schon früh den Schloßplatz: Eine Ecke für Pegida, die andere für zwei Gegenveranstaltungen: Trudelten bis zum Auftakt rund 800 Anhänger aus NPD, "Freien Sachsen", dem "Querdenker"- und Wutbürger-Spektrum ein, entrollten rund 200 Demonstranten auf der Treppe zur Brühlschen Terrasse mehrere Banner mit der Parole "Björn Höcke ist ein Nazi".
Während Pegida mit der eigenen Hymne eröffnete, traf über die Augustusbrücke noch eine Gegendemo mit weiteren rund 800 Teilnehmern ein. So laustark, dass Wolfgang Taufkirch auf der Pegida-Bühne mehrfach ins Stocken geriet.
Vor dem Kulturpalast wiederum hörten 200 Teilnehmer vorwiegend aus dem "Freie Sachsen"-Spektrum Andreas Kalbitz zu, aber auch hier hatten sich daneben 500 Gegendemonstranten versammelt.
Beide Kundgebungen liefen gemeinsam über die St. Petersburger Straße, den Dr. Külz-Ring wieder zum Schloßplatz.
Unzufriedenheit auf beiden Seiten
Insgesamt kam es zu fünf Blockadeversuchen, von denen einer geräumt wurde.
An den weiteren Blockaden leitete die Polizei den Pegida-Zug vorbei. Außerdem lief eine Gegendemo nebenan, zwei Kundgebungen protestierten am Rande.
Ein Pegida-Teilnehmer riss Gegnern an der Sophienstraße eine Fahne weg, griff danach Pressevertreter an und landete in einer Maßnahme.
Auf dem Schloßplatz hielt dann Björn Höcke seine Rede unter Unmut der letzten Reihen. Denn dort war er nur schwer zu verstehen.
Titelfoto: Bildmontage: Xcitepress/Finn Becker, Sebastian Kahnert/dpa