Nach Angriff auf Linken-Politikerin: Chef der "Jungen Nationalisten" droht U-Haft
Görlitz - Es wird eng für die Nachwuchsnazis: Nach einem Angriff auf die Linken-Lokalpolitikerin Samara Schrenk (21) am 21. Dezember 2024 stellte die Polizei den Stützpunktleiter Dresden der "Jungen Nationalisten" (JN/"Elblandrevolte") Finley P. (18) als Tatverdächtigen.
Kamen er und ein mutmaßlicher Mittäter (20) zunächst auf freien Fuß, droht Finley P. nun Untersuchungshaft. Außerdem kam es zu einer groß angelegten Razzia in der Neißestadt.
Spazierte Finley P. am Sonntag noch entspannt durch seine Heimatstadt Görlitz, dürfte sich die Laune am Montagmorgen verschlechtert haben: "Nach den Attacken einer Gruppierung aus dem rechtsextremen Spektrum auf eine Gruppe von Personen der linken Szene in Görlitz hat die Soko Rex heute Morgen mehrere Durchsuchungsbeschlüsse der Staatsanwaltschaft Görlitz umgesetzt", sagte LKA-Sprecherin Silvaine Reiche (49).
"Durchsucht wurden insgesamt zehn Objekte von mittlerweile sieben deutschen Tatverdächtigen."
Neben Finley P. traf es noch fünf weitere Männer (16, 20, 19, 24, 40) und eine Frau (31).
So geht es Samara Schrenk nach dem Angriff
Sichergestellt wurden Datenträger, nun wird ermittelt, ob es sich insgesamt um eine organisierte Gruppe handelt. Gegen den JN-Chef prüft darüber hinaus die Staatsanwaltschaft einen Antrag auf U-Haft.
In der Nacht vom 21. Dezember hatten zwischen sechs und acht Rechtsextremisten eine Gruppe von fünf Linken mit Flaschen, Pyrotechnik und Reizgas angegriffen, dabei drei von ihnen, darunter Samara Schrenk, verletzt.
"Mittlerweile geht es mir wieder besser", so Schrenk gegenüber TAG24. "Auch psychisch geht es wieder. Wir werden weitermachen!"
Titelfoto: Bildmontage: Eric Hofmann/TAG24, Steffen Füssel