Polizeibeamtin tot gestochen: Vermeintlicher Routineeinsatz endet in Katastrophe

Wuppertal - Die Wuppertaler Polizei erinnerte am Donnerstag an ein Verbrechen an einer jungen Kollegin, die auf den Tag genau vor 25 Jahren - während eines vermeintlichen Routineeinsatzes - mit einem Messer attackiert und tödlich verletzt worden war.

Polizeibeamte legten am Donnerstag einen Kranz in Gedenken an ihre im Einsatz getötete Kollegin (†26) nieder.
Polizeibeamte legten am Donnerstag einen Kranz in Gedenken an ihre im Einsatz getötete Kollegin (†26) nieder.  © Bildmontage: Polizei Wuppertal

"Routineeinsätze gibt es nicht" - das wissen die Wuppertalen Beamten spätestens seit dem 27. Februar 2000, einem für das Revier bedeutsamen Tag. Denn damals war Polizeiobermeisterin Kirsten Späinghaus-Flick (†26) im Rahmen eines zunächst "normal" erscheinenden Einsatzes in die Albrecht-Thaer-Straße in Remscheid-Lennep alarmiert worden.

Ein Ehepaar war demnach in Streit geraten, woraufhin die 26-jährige Beamtin samt eines Kollegen zum Einsatzort ausrückte. Dort angekommen näherte sich dann ein Mann dem Streifenwagen, in dem die beiden Polizisten saßen.

"Was die beiden Beamten nicht wussten: Bei dem Mann handelte es sich um den 27-Jährigen, der zuvor mit seiner Ehefrau in einen heftigen Streit geraten war", erklärte ein Polizeisprecher. Der Mann riss damals völlig unvermittelt die Fahrertür des Streifenwagens auf und stach auf die junge Polizeiobermeisterin ein, die den Angriff nicht überlebte.

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Am Tatort gedachten Beamte des Polizeipräsidiums Wuppertal und insbesondere der Polizeiinspektion Remscheid am heutigen Donnerstag ihrer ermordeten Kollegin und legten einen Kranz an einem Holzkreuz nieder, das bis heute an die Polizistin erinnert. Die Inschrift des Kreuzes: "Hier starb eine Hoffnung".

Die Gewaltbereitschaft gegenüber Polizeibeamten hat auch in NRW in den letzten Jahren stark zugenommen. (Symbolbild)
Die Gewaltbereitschaft gegenüber Polizeibeamten hat auch in NRW in den letzten Jahren stark zugenommen. (Symbolbild)  © Marijan Murat/dpa

Polizei mahnt sich selbst zu "Wachsamkeit und gewissenhafter Eigensicherung"

Die Beamten erinnerten am Donnerstag aber nicht nur an die getötete 26-Jährige, sondern machten sich zudem auch die Gefahren des eigenen Berufsalltags bewusst. Denn laut dem Lagebild "Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte" des Landeskriminalamts haben Gewalttaten gegen Polizisten in Nordrhein-Westfalen in den letzten Jahren stark zugenommen.

"Das Geschehene von vor 25 Jahren mahnt die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten von heute zu Wachsamkeit und gewissenhafter Eigensicherung", erklärte der Sprecher daher und betonte: "Kirsten Späinghaus-Flick bleibt unvergessen."

Titelfoto: Bildmontage: Polizei Wuppertal

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