Bluttat in Herrsching: 22-Jähriger soll Rentner an Haustür erstochen haben

Von Sabine Dobel

Herrsching am Ammersee - Der Fall schockierte über Bayern hinaus: Ein 74-Jähriger wird im oberbayerischen Herrsching an seiner Haustüre erstochen. Für den Tatverdächtigen rückt nun ein möglicher Prozess näher.

In einem Einfamilienhaus im Herrschinger Ortsteil Mühlfeld hatten Polizisten nach einem Notruf die Leiche des 74-Jährigen gefunden.
In einem Einfamilienhaus im Herrschinger Ortsteil Mühlfeld hatten Polizisten nach einem Notruf die Leiche des 74-Jährigen gefunden.  © vifogra / Haubner/vifogra/dpa

Die Staatsanwaltschaft München II hat ein Dreivierteljahr nach der tödlichen Messerattacke Mordanklage gegen einen jungen Mann erhoben. Sie wirft dem 22-Jährigen Mord und versuchten schweren Raub mit Todesfolge vor, wie ein Sprecher mitteilte.

Der Serbe war eine knappe Woche nach der Tat im Juli 2024 in einer Wohnung Paris festgenommen und nach Deutschland überstellt worden. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Er soll den Ermittlungen zufolge am 12. Juli, gegen 21.20 Uhr, bei einem Ehepaar im Herrschinger Ortsteil Mühlfeld geklingelt und den 73 Jahre alten Mann erstochen haben, als dieser die Tür öffnete. Die 65 Jahre alte Ehefrau des Opfers flüchtete über die Terrasse zu Nachbarn.

Messerattacke: Zeuge entdeckt blutverschmierten Mann mit Messer: Wo ist das Opfer?
Messerattacke Zeuge entdeckt blutverschmierten Mann mit Messer: Wo ist das Opfer?

Gestohlen wurde nichts – und es gab keine Verbindung zwischen dem mutmaßlichen Täter und dem Opfer. Das Motiv war deshalb lange unklar. Nun geht die Anklagebehörde von einem versuchten Raub aus. Nach dpa-Informationen war der Serbe in seiner Heimat bereits polizeilich bekannt.

Mordprozess bahnt sich an: Tödlicher Messerangriff in Herrsching vor Gericht

Manfred Frei, Chef der Fürstenfeldbrucker Kriminalpolizei. Nicht einmal eine Woche nach der tödlichen Attacke konnte die Polizei den Tatverdächtigen in Frankreich festnehmen.
Manfred Frei, Chef der Fürstenfeldbrucker Kriminalpolizei. Nicht einmal eine Woche nach der tödlichen Attacke konnte die Polizei den Tatverdächtigen in Frankreich festnehmen.  © Sabine Dobel/dpa

Die Ehefrau wurde bei der Flucht nach der Attacke auf ihren Mann leicht verletzt, deshalb wirft die Staatsanwaltschaft dem Tatverdächtigen auch vorsätzliche Körperverletzung vor.

Wann ein Prozess beginnen könnte, ist noch unklar. Das Gericht muss zunächst über die Zulassung der Anklage zur Hauptverhandlung entscheiden und dann Termine festsetzen.

Eine großangelegte Fahndung nach der Tat mit Hubschrauber, Hunden und zahlreichen Polizisten blieb zunächst erfolglos. Dennoch waren die Ermittler dem Verdächtigen schnell auf den Fersen. Zielfahnder des bayerischen Landeskriminalamtes vollzogen die Spur des Mannes über München, Innsbruck und Zürich bis nach Paris nach.

Messerattacke: Streit endet blutig: 24-Jähriger lebensgefährlich verletzt
Messerattacke Streit endet blutig: 24-Jähriger lebensgefährlich verletzt

Hinweise aus der Bevölkerung, der Inhalt des von Passanten am Ammersee entdeckten Rucksacks des Verdächtigen und Videoaufnahmen hatten laut Polizei zu dem raschen Fahndungserfolg beigetragen.

Titelfoto: vifogra / Haubner/vifogra/dpa

Mehr zum Thema Messerattacke: