Die spinnen, die Briten! Skurrile Schmuddel-WM steht sogar im Reiseführer
Wales - "Barbie und Ken" haben mitgemacht, Männer als Baywatch-Nixe verkleidet auch: Die Weltmeisterschaft im Moorschnorcheln besticht durch die skurrilen Outfits ihrer Teilnehmer. Die kommen seit mehr als 30 Jahren aus der ganzen Welt nach Wales, um durch einen trüben Tümpel zu tauchen.

Schmutzig, kalt und jede Menge Potenzial, um sich lächerlich zu machen: das ist die Weltmeisterschaft im Moorschnorcheln.
Seit 1986 treffen sich jedes Jahr Ende August Wagemutige in Llanwrtyd Wells, einem kleinen Ort in Wales und gehen auf Tauchstation.
Bunt kostümiert und angstfrei müssen die Teilnehmer einen 55 Meter langen Moorgraben durchqueren, hin und zurück. Ihr Ziel: Weltmeister werden.
Die Regeln sind erdenklich einfach, denn es gibt kaum welche. Lediglich Schwimmbewegungen sind verboten, Flossen und Schnorchel dagegen Pflicht.
Ein Engländer hält den Weltrekord im Moorschnorcheln

Die Veranstaltung ist so skurril, dass sie es sogar mal in die Liste der "50 besten Erlebnisse" des Reiseportals "Lonely Planet" geschafft hat.
Die offizielle walisische Info-Plattform Visitwales wirbt mit den "World Bog Snorkelling Championships" um Touristen.
Das scheint auch zu funktionieren. Die Teilnehmer kommen aus China, Neuseeland, Südafrika oder Deutschland.
Entlang des Moorbeckens versammeln sich zudem jedes Jahr Hunderte Schaulustige.
Ist das Moorschnorcheln aus einer Bierlaune entstanden?

Die Idee zu dem skurrilen Wettbewerb kam Einheimischen des Örtchens Llanwrtyd Wells während eines Pub-Besuchs schon 1976. Sie dachten sich - womöglich nach einigen Gläsern Bier - dass sie doch mal durch das Moor auf der anderen Straßenseite tauchen könnten. Zehn Jahre später wurde die erste Weltmeisterschaft ausgetragen.
Den aktuellen Weltrekord hält übrigens Neil Rutter. Bei der WM 2018 durchquerte der Engländer die Schnorchelstrecke in einer Minute und 18,82 Sekunden.
Titelfoto: GEOFF CADDICK / AFP