Fahrrad-Zoff auf der Hauptstraße: "Ein typisch deutsches Problem"
Dresden - Immer wieder geraten Fußgänger und Radfahrer auf der Hauptstraße in Dresden aneinander. TAG24-Redakteur Hermann Tydecks (41) beschreibt, warum das Problem so schwer zu lösen ist.

Die Hauptstraße steht sinnbildhaft für ein typisch deutsches Problem: Die Verwaltung stellt jede Menge Schilder auf, will so etwas regeln. Aber die Bürger, die es in der Praxis betrifft, können damit nichts anfangen.
Das fängt schon bei der Beschilderung selbst an. Wer weiß schon, was genau die verwendete Kombination aus zwei Schildern bedeutet, für welche Wege (es gibt drei) sie gilt, was sie erlaubt oder verbietet! Die meisten Radler wissen gar nicht, dass sie auf der Hauptstraße besondere Rücksicht auf Fußgänger nehmen müssen.
Und das heißt letztlich auch, nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit zu fahren. Das heißt wiederum - wie natürlich ein Oberlandesgericht längst urteilte - nicht schneller als zehn Kilometer pro Stunde.
Aber sind wir ehrlich: Das lässt sich praktisch nicht messen, kaum kontrollieren. Darum ist es letztlich auch egal, ob ein paar km/h drunter oder drüber - es geht um die (gegenseitige) Rücksichtnahme. Die lässt sich nicht in Kilometern pro Stunde messen, sondern mit dem gesunden Menschenverstand.

Und da kann jeder den Selbstversuch machen und mal ein paar Minuten auf der Hauptstraße Radfahrer beobachten. Und da muss man leider feststellen: (Zu) viele machen keinen Unterschied, fahren wie auf einem Radweg. Sie reduzieren eben leider nicht ihr Tempo, wenn sie sich Passanten nähern.
Titelfoto: Bildmontage: Ove Landgraf, Eric Münch