Letzte Generation zündet Zeugnisse vor Schloss Bellevue an: "Warum sollte ich mich (...) anstrengen?"
Berlin - Vor dem Schloss Bellevue in Berlin-Mitte haben Klimaaktivisten der Letzten Generation am Montag ihre Abiturzeugnisse vebrannt.
Gegen 12.15 Uhr entflammten Anhänger der Aktivisten im Alter von 15 bis 19 Jahren die amtlichen Schulnoten, doch wieso?
"Die brennenden Dokumente verbildlichen Chancen, Hoffnungen und Träume, die durch das klimapolitische Versagen der Regierung in Flammen aufgehen", erklärten die Jugendlichen ihre heutige Aktion.
Während Niklas H. (17) sein Abiturzeugnis mit einem Schnitt von 1.0 anzündet, lässt er wissen: "Mein Gewissen zwingt mich, aktiv zu werden statt wegzusehen. Deshalb werde ich jetzt nicht studieren, keine Karriere machen, sondern Widerstand gegen die verfehlte Klimapolitik der Regierung leisten."
Sie lagen auf dem Boden und symbolisierten mit dem "Die-In" die tödlichen Konsequenzen der Klimakatastrophe.
Berliner Jugendliche zündeln für die Zukunft
"Warum sollte ich mich für ein gutes Zeugnis anstrengen und dann damit Karriere machen, für eine Zukunft, die vor unseren Augen verbrennt?", fragt Gesa M. (19), die auch an dem Protest beteiligt war.
"Um jetzt zu studieren und vielleicht in einem erfolgreichen Unternehmen zu arbeiten, müsste ich die Klimakrise genauso ignorieren, wie es die Politik gerade tut", so die Aktivistin weiter.
Mit der Aktion wenden sich die Klimaschützer vor allem an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (68, SPD) und appellieren an ihn, endlich Verantwortung zu übernehmen und ihre Erklärung mit dem Titel "Hand aufs Herz - Demokratie braucht Ehrlichkeit" zu unterschreiben.
Sie beschreibt, dass die Gesellschaft aufgrund von sozialen Verwerfungen, Faschismus-Gefahr und naiver Technologie-Gläubigkeit schutzlos in die Klimakatastrophe steuere.
"Das faktisch nicht mehr vorhandene CO₂-Budget Deutschlands zwingt uns zu einem radikalen Umsteuern hin zu mehr Gerechtigkeit", mahnt die "Letzte Generation".
Titelfoto: Letzte Generation