Israel-Krieg: Netanjahu zu Besuch in Budapest eingetroffen

Israel - Israel weitet seine Militärpräsenz im Gazastreifen aus.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz (69).
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz (69).  © Hannes P Albert/dpa

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte vor einer umstrittenen Auslandsreise nach Ungarn an, dass die Armee in einen Korridor vorrücke, der die Städte Rafah und Chan Junis im Süden des Küstengebiets trennt.

"Wir erobern die Morag-Route", sagte der israelische Regierungschef in einer Videoansprache am Abend. Morag war eine von mehreren israelischen Siedlungen im Süden des Palästinensergebiets, die Israel im Jahr 2005 geräumt hatte.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte zuvor mitgeteilt, die Armee werde umfangreiche Gebiete im Gazastreifen erobern, die zu israelischen "Sicherheitszonen" werden sollen. Die Zeitung "Jerusalem Post" meldete unter Berufung auf Kreise des Verteidigungsapparats, Israels Armee kontrolliere inzwischen fast 30 Prozent des Gazastreifens.

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3. April, 6.20 Uhr: Netanjahu zu Besuch in Budapest eingetroffen

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist zu einem Besuch in Budapest eingetroffen. Israelische Medien berichteten über seine Ankunft am frühen Donnerstagmorgen.

Es ist die erste Reise Netanjahus nach Europa, seit der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) im vergangenen November wegen des Vorgehens im Gaza-Krieg einen Haftbefehl gegen ihn verhängt hat. Er folgte einer Einladung seines ungarischen Amtskollegen Viktor Orban, der sich an die Bestimmungen des Gerichtshofs nicht gebunden fühlt. Netanjahus Rückreise ist am Sonntag vorgesehen.

Eine Festnahme droht dem israelischen Regierungschef in Ungarn nicht. Orban hatte die Einladung an Netanjahu demonstrativ nach Erlass des Haftbefehls ausgesprochen und diesen als kontraproduktiv und unsinnig abgetan - dabei hat Ungarn das Statut des IStGH selbst ratifiziert.

Benjamin Netanjahu (75, r.), Ministerpräsident von Israel, empfängt Viktor Orban (61), Ministerpräsident von Ungarn, in seinem Büro. (Archivbild)
Benjamin Netanjahu (75, r.), Ministerpräsident von Israel, empfängt Viktor Orban (61), Ministerpräsident von Ungarn, in seinem Büro. (Archivbild)  © Debbie Hill/Pool UPI/AP/dpa

3. April, 6.15 Uhr: Israelische Angriffe in Syrien

Israels Luftwaffe flog am Abend erneut Angriffe auf mehrere Ziele in Syrien.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien soll es mindestens vier Tote und elf Verletzte gegeben haben.

Wie das israelische Militär mitteilte, wurden der syrische Militärflughafen in Hama im Westen des Landes und die sogenannte T4-Basis, ein weiterer Militärflugplatz weiter südlich, getroffen. Auch in der Hauptstadt Damaskus griff Israel militärische Infrastruktur an.

3. April, 6.14 Uhr: Israels Armee umstellt Viertel in Rafah

Israels Armee umstellte eigenen Angaben zufolge ein Viertel in der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens.

Israelische Bodentruppen sind in dem Stadtteil Tal al-Sultan bereits seit rund zwei Wochen im Einsatz. Die israelische Armee hatten kürzlich die Bewohner der Stadt und benachbarter Orte aufgefordert, von dort zu fliehen.

Mehr als 100.000 Menschen im Süden des Gazastreifens flüchteten nach Angaben der Vereinten Nationen in den vergangenen beiden Tagen. "Groß angelegte israelische Bombardierungen und Bodenoperationen" führten demnach auch zu weitreichenden Zerstörungen im Gebiet um die Grenzstadt Rafah.

Ein von einer Drohne aufgenommenes Luftbild zeigt Palästinenser in der Ruinenlandschaft der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens. (Archivbild)
Ein von einer Drohne aufgenommenes Luftbild zeigt Palästinenser in der Ruinenlandschaft der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens. (Archivbild)  © Mohammad Abu Samra/AP/dpa

2. April, 21.03 Uhr: 73 Tote in Gaza bei Angriffen seit dem Morgen

Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Laufe des Tages 73 Menschen getötet worden.

Die Angaben unterscheiden nicht zwischen Zivilisten und Kombattanten und lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete tödliche Angriffe in Chan Junis im Süden sowie in Al-Sawaida im Zentrum des Gazastreifens. Zudem habe es in Dschabalija im Norden des Gebiets viele Tote gegeben, als bei einem israelischen Luftangriff eine Klinik des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA getroffen worden sei.

2. April, 20.59 Uhr: Druck auf Hamas - Israel setzt auf Eroberung einer Gaza-Route

Israel wird nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einen weiteren Korridor, der den Gazastreifen teilt, kontrollieren.

"Wir erobern die Morag-Route", sagte er in einer Videoansprache. Morag war einst eine israelische Siedlung im Süden des Palästinensergebiets. Die Route trennt israelischen Medien zufolge Rafah von der Stadt Chan Junis.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte zuvor die Eroberung umfangreicher Gebiete angekündigt, die zu israelischen "Sicherheitszonen" werden sollen.

2. April, 20.56 Uhr: Hunderte protestieren in Gaza wieder gegen Hamas und Krieg

Im Norden des Gazastreifen hat es Anwohnern zufolge wieder eine große Demonstration gegen die Hamas und den Gaza-Krieg gegeben.

Hunderte Menschen, darunter Kinder und Frauen, forderten die Islamistenorganisation zum Rückzug auf, wie Augenzeugen der Deutschen Presse-Agentur berichteten. Der Protest zwischen Ruinen der Stadt Beit Lahia richtete sich auch gegen US-Pläne zur Umsiedlung der Menschen.

Hunderte Menschen, darunter Kinder und Frauen, forderten die Islamistenorganisation zum Rückzug auf.
Hunderte Menschen, darunter Kinder und Frauen, forderten die Islamistenorganisation zum Rückzug auf.  © Jehad Alshrafi/AP/dpa

2. April, 20.54 Uhr: Israels Armee umstellt Stadtteil in Rafah

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge ein Viertel in der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens umstellt.

Israelische Bodentruppen sind in dem Stadtteil Tal al-Sultan bereits seit rund zwei Wochen im Einsatz, um nach Darstellung des Militärs gegen die Hamas vorzugehen.

Seitdem hätten Soldaten dort "Dutzende Terroristen eliminiert" sowie Dutzende Waffen und weitere Infrastruktur von Terrororganisationen zerstört. Sie fanden eigenen Angaben nach auch zwei Raketen in einem Gebäude. Die Armee habe zudem Verdächtige zu Verhören festgenommen, hieß es in einer Erklärung weiter.

2. April, 18.05 Uhr: Israel weitet Einsatz in Gaza aus - Tote bei Luftangriff

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat eine deutliche Ausweitung der Einsätze der Armee im Gazastreifen angekündigt.

Ziel sei es, "das Gebiet von Terroristen und Terror-Infrastruktur zu säubern", hieß es in einer Mitteilung des Ministers. Darin war auch die Rede von der Eroberung umfangreicher Gebiete, die zu israelischen "Sicherheitszonen" werden sollten. Für die Ausweitung der Einsätze im Süden des Gazastreifens entsandte das Militär nach Medienberichten eine weitere Einheit.

2. April, 18.03 Uhr: Gruppe von Deutschen hat Gazastreifen verlassen

Die Bundesregierung hat 19 deutschen Staatsbürgern und deren engsten Angehörigen die Ausreise aus dem umkämpften Gazastreifen ermöglicht. Es handle sich um insgesamt 33 Personen, teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin mit.

Sie wurden demnach in enger Abstimmung mit den israelischen Behörden über den Grenzübergang Kerem Schalom zu einem Flughafen im Süden Israels gebracht, von wo aus es per Charterflug direkt nach Leipzig ging.

Die Ausreise aus dem seit fast zwei Jahrzehnten blockierten Gazastreifen, in dem rund zwei Millionen Menschen leben, ist seit Beginn des Krieges vor eineinhalb Jahren noch schwieriger geworden. Sie ist - wenn überhaupt - nur über ein langwieriges Verfahren möglich, bei dem Palästinenser mit ausländischer Staatsbürgerschaft etwas bessere Karten haben.

2. April, 11.13 Uhr: Bericht über Tote in UN-Klinik bei Angriff im Gazastreifen

Bei einem israelischen Luftangriff im nördlichen Gazastreifen ist nach palästinensischen Medienberichten eine Klinik des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA getroffen worden.

Mindestens acht Menschen seien bei dem Vorfall in Dschabalija getötet und weitere verletzt worden, meldete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Ein israelischer Armeesprecher sagte, man prüfe den Bericht.

Laut Wafa hielten sich im Bereich der Klinik Binnenvertriebene auf. In dem Gebäude sei ein Feuer ausgebrochen. Auch bei weiteren israelischen Angriffen in anderen Teilen des Küstenstreifens habe es insgesamt vier Todesopfer gegeben. In Chan Junis im Süden des Gazastreifens seien zudem die Leichen von zwölf Menschen aus Trümmern geborgen worden, darunter auch Frauen und Kinder.

Titelfoto: Debbie Hill/Pool UPI/AP/dpa

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