Bärlauch-Saison gestartet: Krankenkasse warnt vor tödlicher Verwechslung
Leipzig - Und wieder durchzieht die Wälder dieser wunderbare Knoblauchduft. Es ist Bärlauchzeit - und die aromatischen Blätter landen wieder zuhauf in heimischen Küchen. Doch dabei ist Vorsicht geboten, appelliert die Barmer Krankenkasse - und warnt vor tödlichen Verwechslungen.

In kleinen Mengen ist die Ernte des beliebten Frühlingskrautes jedermann erlaubt. Doch das Zeitfenster ist klein, denn sobald Bärlauch blüht, verliert er das Aroma.
"Pflücker müssen genau hinschauen", sagt Monika Welfens. Und warnt: "Beim Sammeln kann Bärlauch leicht mit der Herbstzeitlose oder Maiglöckchen verwechselt werden, denn die Blätter sehen ähnlich aus."
Als Landes-Chefin der Krankenkasse kennt sie die Folgen einer Täuschung genau. Besonders die Herbstzeitlose, eine der giftigsten einheimischen Grünpflanzen, führe zu schweren Vergiftungen, so Welfens. "Bereits 50 Gramm der Blätter können für einen Erwachsenen tödlich sein."
Klassische Symptome einer Vergiftung sind plötzliche Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Bärlauch oder Doppelgänger - mit der Nase testen

Die giftige Wirkung von Maiglöckchen hingegen werde oft überschätzt, meint Welfens. "Das Gift wird vom Körper relativ schlecht aufgenommen - daher treten schwere Vergiftungserscheinungen erst nach dem Verzehr von großen Mengen auf."
Das Tückische an der Herbstzeitlose ist, dass sie zwar erst im Herbst blüht, ihre Blätter aber zeitgleich mit dem Bärlauch wachsen. Und das häufig an gemeinsamen Standorten.
Während optisch eine Verwechslungsgefahr besteht, kann der Nasentest aber schnell das Gute vom Giftigen unterscheiden.
Denn während Bärlauch nach Knoblauch riecht, haben die Blätter von Herbstzeitlose und Maiglöckchen diesen Duft nicht.
Titelfoto: Sebastian Willnow/dpa