Nach Schwimmbad-Besuch: 16 Monate altes Baby stirbt an hirnfressenden Bakterien
Pulaski County (USA) - Lange Zeit war ungewiss, wo der kleine Michael (†1) sich mit der Gehirnfressenden Amöbe - Naegleria fowleri - infiziert hat. Doch ein neues Gerichtsurteil bringt jetzt die Wahrheit ans Licht: Sie war im Poolwasser.

Laut einem Bericht von DailyMail veröffentlichte das Zentrum für Seuchenschutz- und Prävention (CDC) am vergangenen Donnerstag einen Fallbericht zu dem tragischen Unfall, welcher sich bereits im August 2023 ereignet hatte.
Am 26. August 2023 wollte die Familie Pollock aus Arkansas einen Tag auf einem lokalen Wasserspielplatz verbringen. Der damals knapp einjährige Sohn der Familie, Michael Alexander Pollock III, war eine echte Wasserratte. Auf Instagram teilte Mama Julia immer wieder Bilder von Michael, wie er im Wasser plantschte. Doch wenige Tage nach dem gemeinsamen Ausflug zu dem Wasserpark wurde Michael schwer krank. Er hatte hohes Fieber, musste sich übergeben, aß nichts mehr und bewegte sich kaum noch. Ärzte brachten ihn sofort auf die Intensivstation.
Dort folgte dann die Schock-Diagnose: Die Mediziner stellten fest, dass der Junge sich das Bakterium Naegleria fowleri eingefangen hat, welches auch der Auslöser für eine Hirnhautentzündung und der Entzündung der Schutzschichten des Gehirns und des Rückenmarks war.
Der kleine Michael starb wenige Tage später am 4. September an den Folgen dieser Erkrankung.
Wasserpark war seit mehreren Wochen bereits kaputt

In dem Bericht warnt das CDC vor genau solchen Wasserspielplätzen, auf denen sich Michael das tödliche Bakterium eingefangen hat. So sollen diese Orte bereits für mehrere solcher Vorfälle verantwortlich sein. Seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 1962 soll es allein in den USA ganze 164 Infektionen gegeben haben. Von den Betroffenen haben nur vier mit teils schweren körperlichen Schäden überlebt.
Aufgrund dieser Quote hat N. fowleri eine Todesrate von über 97 Prozent. Eine Infektion bedeutet demnach fast immer den Tod. Eigentlich können die Bakterien nicht in Chlor- oder Salzwasser überleben. Doch wenn die Schwimmbäder und ihre Chlor-Pumpen schlecht oder gar nicht gewartet werden, steigt die Überlebenschance der Amöben, sodass sie sich ausbreiten können wie in ihrem normalen Lebensraum - dem Süßwasser.
Das Becken, in dem der Einjährige starb, ist bereits im Vorfeld mehrmals wegen mehrerer Verstöße aufgefallen. So wurde bekannt, dass die Chlor-Pumpe dieses Beckens zum Zeitpunkt der Infektion bereits seit einem Monat nicht mehr funktionierte, weswegen die Mitarbeiter den Chlorgehalt manuell regulieren mussten.
Das führt zu sogenannten "toten Zonen" im Pool, in denen das Chlor nicht wirken und die Amöben gedeihen konnten.
Titelfoto: Fotomontage: Screenshot: instagram.com/juliapollock_