"Bitte töte mich nicht": Seelöwen-Angriff versetzt 15-Jährige in Panik
Long Beach (Kalifornien/USA) - Die 15-jährige Phoebe Beltran versuchte in das Nachwuchsprogramm der Rettungsschwimmer aufgenommen zu werden und war dazu in Long Beach im US-Bundesstaat Kalifornien. Beim Schwimmen spürte sie plötzlich einen stechenden Schmerz im Arm - sie wurde gebissen.

Zur Prüfung gehörte das Schwimmen einer über 900 Meter langen Strecke, wie NBC berichtet. Die Jugendliche hatte die Aufgabe fast bewältigt und war nur noch etwa 25 Meter vom Ufer entfernt, als sie plötzlich einen Biss am Arm spürte.
Zunächst dachte sie an das Schlimmste: eine Hai-Attacke. "Bitte, beiß mir nicht den Arm ab. Bitte töte mich nicht", flehte sie innerlich.
Vor Angst traute sie sich erst nicht, nachzusehen, was sie gebissen hatte. Schließlich tauchte sie doch unter, um ihren Angreifer zu suchen - doch sie sah nur einen Schatten.
Als sie wieder auftauchte, begann sie zu schreien, woraufhin das aggressive Tier endlich losließ. Ihre Mutter, die am Strand stand, erkannte, dass es sich nicht um einen Hai, sondern um einen Seelöwen handelte.
Phoebe konnte sich ans Ufer retten, wo Rettungssanitäter ihr sofort zu Hilfe eilten und sie in die Notaufnahme brachten. Abgesehen von einigen Schwellungen und Kratzern fehlte ihr glücklicherweise aber nichts.
Die Seelöwen werden durch eine Vergiftung aggressiver

"Ich wurde schon von einem Stachelrochen gestochen, von Krabben gezwickt und von kleinen Fischen gebissen. Aber ein Seelöwe?", wunderte sich die 15-Jährige. Trotzdem ist sie entschlossen, sich erneut ins Wasser zu stürzen und die Prüfung zu bestehen.
"In meinen 25 Dienstjahren habe ich noch nie von so etwas gehört", erzählte Gonzalo Medina vom Long Beach Fire Department.
Seelöwen-Attacken sind an sich selten, doch an der kalifornischen Küste kommt es immer mal wieder zu solchen Vorfällen.
Ein Hauptgrund dafür ist laut National Geographic eine Vergiftung, von der viele Seelöwen betroffen sind. Im Wasser hat sich die Algenart "Pseudo-nitzschia" massiv ausgebreitet. Diese Alge produziert Toxine, die von Fischen aufgenommen werden.
Seelöwen fressen wiederum die vergifteten Fische - und erkranken selbst. Die kranken Tiere legen häufig ein aggressiveres Verhalten an den Tag als ihre gesunden Artgenossen.
Titelfoto: BENJAMIN FANJOY / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP