Stromausfall sorgt für Chaos: Land verhängt Ausgangssperre

Von Denis Düttmann

Santiago de Chile - Wegen eines praktisch landesweiten Stromausfalls in Chile hat die Regierung des südamerikanischen Landes eine Ausgangssperre verhängt.

Viel ist es nicht, was in Santiago in Chile leuchtet. Grund ist ein fast landesweiter Stromausfall.  © Matias Basualdo/AP/dpa

Sie gelte in den betroffenen Regionen von Arica y Parinacota im Norden bis Los Lagos im Süden zwischen 22 und 6 Uhr, teilte das Innenministerium mit.

Das betroffene Gebiet erstreckte sich über gut 3000 Kilometer. Rund 98 Prozent der Haushalte seien ohne Strom gewesen, berichtete die Zeitung "La Tercera".

Seit Mitternacht fließe der Strom für 90 Prozent der privaten Verbraucher wieder, teilte die Aufsichtsbehörde für die Stromnetze in der Nacht zum Mittwoch mit.

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"Unsere größte Sorge gilt der Sicherheit der Menschen", sagte Innenministerin Carolina Tohá.

"Wir wollen, dass niemand den Stromausfall ausnutzt, um Verbrechen zu begehen." Zur Verstärkung der Polizei würden 3000 Soldaten auf die Straßen geschickt, um für Sicherheit zu sorgen, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Grund des Blackouts: In der Region Chico Norte sei eine Hochspannungsleitung unplanmäßig vom Netz gegangen, teilte die Aufsichtsbehörde für die Stromnetze mit. Daraufhin seien weitere Leitungen abgeschaltet worden, was zu dem massiven Stromausfall geführt habe.

Nach den genauen Ursachen werde noch gesucht. "Es gibt keinen Grund zu glauben oder anzunehmen, dass ein Anschlag dahintersteckt", sagte Innenministerin Tohá.

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In Viña del Mar sind Arbeiter während des Stromausfalls im Einsatz. Nicht überall funktionieren Ampeln.  © Diego Martin/Agencia Uno/dpa

U-Bahn in der Hauptstadt steht still

Auch in diesem Einkaufszentrum in Santiago ist es nahezu dunkel.  © Matias Basualdo/AP/dpa

"Das ist ein außergewöhnliches Ereignis, ein atypischer Systemausfall", sagte der Elektroingenieur Humberto Verdejo von der Universität von Santiago dem Radiosender Cooperativa.

Die U-Bahn in der Hauptstadt Santiago de Chile stellte den Betrieb ein. Das Verkehrsministerium warnte die Autofahrer im Großraum Santiago zur Vorsicht, da zahlreiche Ampeln ausfielen.

"Es ist ein riesiges Problem, und wir versuchen, es so gut wie möglich zu lösen, aber wir können nicht zaubern", sagte Verkehrsminister Juan Carlos Muñoz im Radiosender Cooperativa noch am Dienstag.

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Wegen des Stromausfalls wurde auch das wichtigste Musikfestival Lateinamerikas - das Festival Internacional de la Canción - in der Küstenstadt Viña del Mar unterbrochen.

Die geplanten Auftritte von Morat und Sebastián Yatra sollen nun am kommenden Samstag stattfinden. Das populäre Festival ist eine Art lateinamerikanisches Pendant zum Eurovision Song Contest.

Erstmeldung 6.47 Uhr, zuletzt aktualisiert 9.41 Uhr.

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