Sie träumt von einem Konditoren-Kurs: Junge Mutter will ihr Baby verkaufen
Goiânia (Brasilien) - Wie verzweifelt muss diese Mutter gewesen sein? Eine Brasilianerin wird verdächtigt, ihr Baby einer wildfremden Frau zum Kauf angeboten zu haben.

In der brasilianischen Großstadt Goiânia wurde die Polizei nach einem Hinweis auf das schreckliche Geschäft aufmerksam. Eine junge Frau wollte ihr 27 Tage altes Baby an eine Geschäftsfrau verkaufen. Nach Angaben der Polizei plante die junge Mutter, vom Erlös ihre Miete zu zahlen und einen Konditoren-Kurs zu finanzieren. Über diesen Vorfall berichtet das Portal G1.
Demnach fädelte der Mitarbeiter der Geschäftsfrau, der mit dem Paar in einer Wohngemeinschaft lebte, den skrupellosen Babykauf ein. Seine Chefin - es soll sich um die Besitzerin einer Eisdiele handeln - soll ihn dazu angestiftet haben.
"Finde eine Frau mit großen Brüsten, die mir ihr Kind schenkt, wenn es ein Junge ist, umso besser. Wenn es schwarz ist, noch besser", schrieb die Geschäftsfrau an ihren Angestellten.
Der entsprechende Chatverlauf wurde von der Polizei veröffentlicht. Die Frau soll offenbar seit Längerem einen unerfüllten Kinderwunsch haben, war zuletzt auch beim nationalen Adoptionsdienst registriert.
Die Ermittlungen kamen ins Rollen, nachdem sich besorgte Nachbarn bei der Polizei gemeldet hatten. Ihnen fiel auf, dass die Frau plötzlich ohne Baby unterwegs war. Sie soll zuletzt an einer postpartalen Depression gelitten haben, hieß es.
Geschäftsfrau will sich Säugling kaufen: Vier Personen festgenommen
In einer ersten Vernehmung gab die Mutter alles zu. Sie bestätigte, dass sie ihr Kind für eine unbekannte Geldsumme der ihr fremden Frau überließ, machte Angaben zum Motiv. Das Geld hätte in den nächsten Tagen auf ihr Konto überwiesen werden sollen, sagte sie laut der Zeitung "Diário do Nordeste".
Neben der Kindesmutter wurden auch ihr Lebensgefährte, der nicht der leibliche Vater ist, der Mitbewohner und die Eisdielenbesitzerin festgenommen. Sie bestreiten, etwas mit dem Babykauf zu tun zu haben.
Das Kind wurde in staatliche Obhut genommen. Gegen die Beteiligten wird wegen Menschenhandels ermittelt.
Titelfoto: 123RF/peopleimages12