Bitter für die Russen: Kostbarer Überschallbomber zerschellt auf Wiese
Irkutsk (Russland) - Nächster Nackenschlag für das russische Militär. Ein Überschallbomber vom Typ Tupolew Tu-22M3 ist in Sibirien abgestürzt.

Die Tupolew befand sich laut russischem Verteidigungsministerium auf einem "geplanten Flug", als die Piloten am Mittwochabend die Kontrolle über den Langstreckenbomber verloren.
Die Maschine verlor rasch an Höhe und stürzte auf eine Stromleitung nahe der Ortschaft Burats. Ein riesiger Feuerball war die Folge. Zeugen wollen mehrere Detonationen wahrgenommen haben.
Die vierköpfige Besatzung konnte sich aus dem Flugzeug per Schleudersitz retten. Ein männliches Besatzungsmitglied überlebte den Notausstieg nicht.
210 Häuser und drei öffentliche Gebäude waren zeitweise ohne Strom, teilte der Gouverneur des Gebietes Irkutsk mit.
Wohin der "geplante Flug" den Langstreckenbomber führte, wurde derweil nicht mitgeteilt. Doch es ist bekannt, dass Russland seine Tupolew-Tu-22M3-Flotte wohl aus Sorge vor ukrainischen Drohnenschlägen am Luftwaffenstützpunkt Belaja stationiert hat. Die Absturzstelle befindet sich genau in der Anflugschneise des Stützpunktes.
Als Absturzursache wird ein technischer Defekt am Flugzeug angenommen. Die Crew galt als äußerst erfahren.



Tupolew Tu-22M3 in Sibirien abgestürzt
Die Tupolew Tu-22 (NATO-Code: Backfire) ist ein Überschallbomber mit großer Reichweite und wurde noch zu Sowjet-Zeiten entworfen. In seiner modernisierten Version M3 wurde der Schwenkflügler ab 1989 in Dienst gestellt. Das Flugzeug kann als Trägersystem für Marschflugkörper und Raketen, aber auch Atomwaffen dienen.
Zuletzt verfügte Russland nach eigenen Angaben über rund 60 Stück des Schwenkflüglers. Eine Zahl, die von vielen Beobachtern allerdings angezweifelt wird. So berichtet das ukrainische Militärportal "Defense Express", dass die Russen nur über rund 30 einsatzbereite Tu-22M3 verfügen. Ersatzteilmangel und die Tatsache, dass die Triebwerke des Überschallflugzeuges nicht mehr produziert werden, machen die noch flugfähigen Maschinen äußerst kostbar.
Seit Beginn des Krieges in der Ukraine sollen die Russen mindestens fünf Maschinen verloren haben. Jeder weitere Absturz dürfte den Kreml sehr schmerzen.
Titelfoto: PR/OAK Tupolev, Montage:Telegram/Mash