Tauf-Priester von Émile (†2) tötet sich selbst: Abschiedsbrief wirft Fragen auf

La Bouilladisse (Frankreich) - Der Tod des kleinen Émile (†2) bewegt ganz Frankreich. Kürzlich klickten bei den Großeltern des Jungen die Handschellen. Nun wird es immer mysteriöser: Der Tauf-Priester des Zweieinhalbjährigen, der ein enger Vertrauter der Familie gewesen sein soll, hat sich vor wenigen Tagen das Leben genommen - und einen seltsamen Abschiedsbrief hinterlassen.

Die menschlichen Überreste des kleinen Émile (†2) wurden am 30. März vergangenen Jahres nur 1,5 Kilometer vom Grundstück der Familie entfernt gefunden.
Die menschlichen Überreste des kleinen Émile (†2) wurden am 30. März vergangenen Jahres nur 1,5 Kilometer vom Grundstück der Familie entfernt gefunden.  © Screenshot/Twitter/Gendarmerie nationale

Laut dem französischen Magazin "Paris Match" hat sich Pater Claude Gilliot am 15. März mit einer Medikamentenüberdosis in seiner Wohnung umgebracht.

Zuvor verfasste der Islamwissenschaftler und emeritierte Professor der Universität Aix-Marseille einen äußerst rätselhaften Abschiedsbrief.

In der Botschaft hieß es unter anderem: "Warne meine Schwester. Sag ihr, dass ich sie und meinen Schwager liebe. Nur die Liebe zählt. Verkünde das Evangelium."

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Was genau sich hinter den mysteriösen Worten verbirgt, lässt viel Interpretationsspielraum. Pikant: Der Priester war offenbar ein enger Freund der streng religiösen Familie. Kurz nach dem Tod von Émile soll es zu einem heftigen Streit gekommen sein.

Schwester des Priesters hegt schweren Verdacht

Von dem Grundstück der Großeltern verschwand der kleine Junge am 8. Juli 2023 spurlos.
Von dem Grundstück der Großeltern verschwand der kleine Junge am 8. Juli 2023 spurlos.  © Clement Mahoudeau/AFP/dpa

Der Grund: Gilliot soll der Presse ein Bild des Jungen und seiner Eltern übergeben haben, was der Familie missfiel. Sie soll alles versucht haben, den Pater aus der Dorfgemeinschaft auszuschließen. Später habe der Priester seine Stellung in seinem kleinen Gotteshaus, der Kapelle der Grauen Büßer in Aix-en-Provence, verloren.

Laut der Schwester des Geistlichen soll Gilliot den Zwist mit Émiles Familie nicht überwunden haben. "Ich bin sehr wütend auf die Familie des kleinen Émile, weil ich glaube, dass alles mit ihnen angefangen hat", so Claudine Vandenbroucke.

Aus welchen Gründen sich der Priester schließlich das Leben genommen hat, bleibt wohl ein Geheimnis.

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Normalerweise berichtet TAG24 nicht über mögliche Suizide. Da der Vorfall aber mit dem Vermisstenfall des kleinen Émile (†2) im Zusammenhang steht, hat sich die Redaktion entschieden, es doch zu thematisieren.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, findet Ihr bei der Telefonseelsorge unter 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123 rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym.

Titelfoto: Bildmontage: Screenshot/Twitter/Gendarmerie nationale, Clement Mahoudeau/AFP/dpa

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