"Lieber Nagel in Spitze meines Penis rammen, als das anzusehen": Sexismus-Skandal um Moderator

Canberra (Australien) - Pünktlich zur Primetime wurde bei einem australischen Radiosender, der "Triple M radio show", über die im kommenden Jahr anstehende Asienmeisterschaft der Frauen im Fußball geredet. Doch Moderator Marty Sheargold (53) nutzte diese Reichweite, um gegen den Frauensport zu wettern.

Bereits im Jahr 2024 ist Marty Sheargold (53) negativ aufgefallen. Damals wegen antisemitischen Aussagen.
Bereits im Jahr 2024 ist Marty Sheargold (53) negativ aufgefallen. Damals wegen antisemitischen Aussagen.  © Screenshot: instagram.com/martysheargoldofficial

Laut einem Bericht des australischen Nachrichtennetzwerks "abc" wurde die Radioshow am vergangenen Montagnachmittag gegen 17.30 Uhr (Ortszeit) ausgestrahlt.

Im Jahr 2026 soll in Australien die Fußball-Asienmeisterschaft der Frauen stattfinden. Um sich darauf vorzubereiten, findet aktuell der "SheBelieves Cup" (zu Deutsch: "Sie-glaubt-daran-Pokal") statt. Dieses Jahr nehmen die Mannschaften aus Japan, den USA, Kolumbien und Australien teil.

Für das Damen-Team mit dem Spitznamen "Matildas" aus Australien lief das Turnier jedoch alles andere als geplant.

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So verloren sie alle Spiele mit 0:4 gegen Japan, 1:2 gegen die USA und 1:2 gegen Kolumbien. Genau über diese Niederlagen hat auch Marty Sheargold in seiner Radiosendung gesprochen. So startete er mit den Worten: "Weißt du, woran sie mich erinnern? An Mädchen aus der zehnten Klasse. Immerzu streiten sie sich und haben irgendwelche Freundschaftsprobleme, die sie austragen."

Doch eine Aussage brachte das Fass endgültig zum Überlaufen. Als er von seinem Co-Host gefragt wurde, ob er sich denn im nächsten Jahr die Asienmeisterschaft anschauen würde, antwortete er: "Ich würde mir lieber einen Nagel durch die Spitze meines Penis rammen, als mir das anzusehen. Hast du vielleicht auch einen Männersport im Angebot?"

Zwei Tage später lief zur gewohnten Zeit jedoch nicht mehr die Radioshow von Sheargold, sondern lediglich Musik und Werbung über die Frequenz des Senders.

So äußern sich Sportlerinnen zu dem Radioausschnitt

Sheargold bezeichnet seine Aussagen als "Comedy"

Für die Frauen der australischen Fußball-Nationalmannschaft ist die Asienmeisterschaft im nächsten Jahr ein Heimspiel.
Für die Frauen der australischen Fußball-Nationalmannschaft ist die Asienmeisterschaft im nächsten Jahr ein Heimspiel.  © Joel Carrett/AAP/dpa

In einem Statement vom gestrigen Mittwoch meldete sich der Sender "Triple M" zu Wort: "Zunächst einmal möchten wir uns als Sender für jegliche Beleidigung und Beunruhigung entschuldigen. Die Bemerkungen von Martin Sheargold vom vergangenen Montag stimmen nicht mit der Sicht und den Werten des Senders überein. Wir als Sender werden nach wie vor alle Sportler und Sportarten unterstützen, egal ob Männer oder Frauen."

Auch Sheargold meldete sich noch einmal zu Wort: "Jegliche Art von Comedy, auch meine, kann manchmal über das Ziel hinausschießen. Ich kann verstehen, weshalb sich Leute durch meine Aussagen angegriffen gefühlt haben, darum möchte ich mich entschuldigen."

In den sozialen Medien war die Empörung nach der Ausstrahlung der Radioshow groß. Viele Sportlerinnen - nicht nur aus dem Fußball - posteten Beiträge, in dem sie ihren Unmut äußerten, so auch die australische Hockey-Spielerin Rosie Malone.

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Sie veröffentlichte ein Instagram-Video, wo sie einen Mitschnitt der Radioshow hinterlegte, und schrieb dazu: "Wir haben 2025 und so was läuft zur Primetime im Radio … abscheulich."

Der Radiosender hat sich mittlerweile von Sheargold getrennt.

Titelfoto: Fotomontage: Joel Carrett/AAP/dpa, Screenshot: instagram.com/martysheargoldofficial

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