Mysteriöses Kriegsschiff gesichtet: USA geben Details zu neuartigem Drohnenboot bekannt

USA - Heimlich, still und leise haben die USA ein neuartiges Kriegsschiff zu Wasser gelassen. Offenbar verfügt die USX-1 "Defiant" über einen modularen Aufbau und kann für einen längeren Zeitraum völlig ohne Crew auskommen.

Die Defiant (USX-1) verlässt die Werft.
Die Defiant (USX-1) verlässt die Werft.  © DARPA/Serco North America

Anwohner fotografierten das zum Teil verhüllte Kriegsschiff Ende Februar in der Meeresbucht Puget Sound im US-Bundesstaat Washington.

Inzwischen haben die USA die Existenz des Drohnenbootes "Defiant" (Schiffsnummer: USX-1) bestätigt, berichtete zuerst das Fachportal "The Warzone".

Nach Angaben der US-Behörde DARPA, die für Rüstungsforschung zuständig ist, wurde die Defiant im Rahmen des NOMARS-Programms (No Manning Required Ship) entwickelt und ist für den autonomen Betrieb auf lange Zeiträume ausgelegt. Das knapp 55 Meter lange und 240 Tonnen schwere Schiff ist demnach in der Lage, komplexe Missionen ohne Menschen an Bord durchzuführen. Es soll "im Frühjahr 2025 zu einer mehrmonatigen Demonstration auf See auslaufen", hieß es.

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Die bekannten Bilder lassen auf ein relativ konventionelles Design schließen. Der Schiffsrumpf scheint für offenbar mittlere Geschwindigkeiten ausgelegt zu sein. Eine Verstrebung stützt den Turm, mehrere Sensoren sind darauf angebracht. In einer weiteren Einstellung lässt sich ein abgewinkeltes Startsystem für Lenkwaffen (ADL) erahnen.

Der Aufbau ist verhüllt. Viele Details des Projekts sind streng geheim.
Der Aufbau ist verhüllt. Viele Details des Projekts sind streng geheim.  © DARPA
Der Schiffsrumpf wirkt auf den ersten Blick konventionell.
Der Schiffsrumpf wirkt auf den ersten Blick konventionell.  © DARPA
Die Defiant wurde im Rahmen des NOMARS-Programms entwickelt - als autonomes Kriegsschiff der Zukunft.
Die Defiant wurde im Rahmen des NOMARS-Programms entwickelt - als autonomes Kriegsschiff der Zukunft.  © DARPA

NOMARS: USA tüfteln an fortschrittlichem Drohnenschiff

2020 starteten die USA das Programm NOMARS zur Entwicklung mehrerer autonomer Drohnenboote, sogenannten Unmanned Surface Vehicles (USV).

Im Fokus steht ein völlig neu entwickelter Schiffsrumpf, der bei Bedarf zügig mit verschiedenen Missionssystemen ausgerüstet werden kann. Bei Bedarf kann das zukünftige NOMARS sogar Standardcontainer transportieren, kann sogar als Frachtschiff dienen. Es wird angenommen, dass der Schiffstyp auch mit VLS-Zellen für Marschflugkörpern und Raketen ausgerüstet werden kann.

Die US-Militärs versprechen sich eine erhebliche Kostenersparnis, hoffen bei gleichem Budget eine wesentlich größere Flotte an Kriegsschiffen betreiben zu können.

Andere NATO-Staaten haben ähnliche Programme. Zuvor präsentierte China einen futuristischen Drohnen-Trimaran. Auch Deutschland schläft nicht: Die Bundeswehr zeigte erst kürzlich die mehr als zehn Meter lange Unterwasserdrohne "BlueWhale".

Titelfoto: DARPA/Serco North America

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