Eislöwen-Sportdirektor Roos sorgt mit harten Aussagen für tiefe Einblicke
Dresden - Die Dresdner Eislöwen reichen am 24. Mai die Lizenz-Unterlagen für die DEL2-Saison 2023/24 ein. Die Bürgschaft (816.000 Euro) im Fall der Meisterschaft bleibt für den DEL-Aufstieg gelegt. Doch ist der Sportliche Leiter Matthias Roos (43) der richtige Mann für dieses mittelfristige Projekt?
Der 43-Jährige ist seit 15 Jahren im Eishockey-Geschäft. War vor dem Job in Elbflorenz als Manager in Duisburg (Oberliga), Bad Nauheim (DEL2) und Krefeld (DEL) aktiv.
Er kennt das Geschäft. Bisher war sein Weg, den er mit den Eislöwen eingeschlagen hat, nicht falsch. Die von ihm geholten Cracks spielten gute Hauptrunden. Nur in den Play-offs fehlte der letzte Punch. Die Frage war, woran lag's?
Bei der Vorstellung des neuen Trainers Corey Neilson (46) ließ Roos unabsichtlich tief blicken. Der Sportliche Leiter überraschte mit einigen Aussagen.
"Trainer ist dazu da zu inspirieren, nicht zu motivieren. Egal, in welchem Job, wenn ich einen Arbeitnehmer motivieren muss, seinen Job zu machen, dann sollte ich ihn besser entlassen", so Roos.
Motivation gehört aber längst zum Sportgeschäft. Meister-Coach Peter Russell (48) kitzelte so alles aus den Ravensburgern raus.
Matthias Roos stellt die Mannschaft der Dresdner Eislöwen zusammen
Roos weiter: "Ob Corey der Trainer für die nächsten fünf Jahre ist, so weit denke ich in dem Moment nicht. Mir geht es darum: Was ist für die Mannschaft, die wir haben, die optimale Lösung für die nächste Saison?"
Und die Mannschaft stellt "grundsätzlich" er "zusammen". Sollte der Trainer nicht sein Team bekommen, das er für den Erfolg benötigt? Genau da stritten sich Ex-Coach Andreas Brockmann (55) und Roos immer.
Auch der Roos-Anspruch "konstant zwischen Platz vier und acht zu stehen und oben ranzuschnuppern" ist eher verhalten. Klar, DEL-Absteiger Bietigheim, Krefeld und Kassel wollen in die DEL und investieren viel mehr Geld, aber diese Situation wird es immer geben.
Wollen die Eislöwen aufsteigen, müssen sie sich ihr stellen. Dafür braucht es sportlich ein Konzept und den Mut, es umzusetzen.
Titelfoto: Lutz Hentschel