Dynamos Dilemma vorm Kasten: "Wir müssen Tore schießen!"
Dresden - Fast einen Monat ist Dynamos Tor-Gala von Köln inzwischen schon wieder her. Beim 5:1 gegen die Viktoria klappte offensiv für die Mannen von Markus Anfang (49) fast alles. Doch seitdem herrscht vor dem gegnerischen Tor eine ordentliche Flaute.
In drei Ligaspielen hieß es dreimal hintereinander 0:1. Mit der Ausnahme der Niederlage in Saarbrücken ließen die Schwarz-Gelben bei den Pleiten gegen Regensburg und in Verl so einige gute Chancen liegen.
"Wir wissen, wo wir ansetzen können. Wir müssen Tore schießen! Das Thema ist nicht neu, die ersten zehn bis zwölf Spiele hat es aber schon mal dazu gereicht, dass wir von unseren zehn Chancen zwei gemacht haben. Jetzt haben wir acht und machen keine. Daran müssen wir arbeiten", umreißt Vizekapitän Paul Will (24) Dynamos großes Problem.
Das ist nicht neu, begleitet die Sportgemeinschaft in der Ära Markus Anfang immer mal wieder. 26 Mal hat es in den bisher 17 Ligapartien im gegnerischen Kasten geklingelt - sprich 1,5 Tore machen die Dynamos pro Spiel. Die fünf Tore in Köln mal ausgenommen, wären es nur 1,3.
"Wir haben insgesamt viel zu wenig Tore gemacht bis jetzt. Gleichzeitig haben wir aber dafür, dass wir grundsätzlich fast nichts zulassen, viel zu viele Tore bekommen. Das ist auch ein Fakt", muss auch Anfang zugeben.
Dynamo Dresden: Entscheidungen über Neuverpflichtungen erst im neuen Jahr
Daran muss gearbeitet werden, auch wenn Dynamos Coach jetzt nicht die ganze Woche die Tornetze im Trainingszentrum strapazieren will: "Wir können jetzt Torschuss-Training machen, bis der Arzt kommt. Aber wenn die Stresssituation im Spiel kommt, dann müssen wir auch mal die Tore machen."
Zwar kann der Tabellenzweite mit zehn verschiedenen Torschützen aufwarten, doch hinter dem besten, Stefan Kutschke (35, sieben Tore), klafft eine große Lücke. Dennis Borkowski (21) und Niklas Hauptmann (27) folgen mit jeweils drei Treffern.
Das sollte auch Sportgeschäftsführer Ralf Becker (35) nicht verborgen geblieben sein. Er will erst nach den letzten drei Spielen "analysieren, was passiert ist", und "im neuen Jahr" Entscheidungen über mögliche Nachverpflichtungen treffen, sagte er am Sonntag in der Halbzeitpause bei MagentaSport.
"Es gibt zwei Möglichkeiten: Du hast Leute mit Torungefährlichkeit oder du hast viele Spieler, die gefährlich sind. Zweitere haben wir auf dem Platz und auf der Bank und in die haben wir vollstes Vertrauen, dass die alle treffen werden. Wir haben ein großes Ziel, das schafft man nur mit Optimismus und Gemeinschaft."
Am Sonntag gegen Unterhaching kann die Statistik zumindest wieder ordentlich aufgemöbelt werden.
Titelfoto: picture point/Sven Sonntag