RB Leipzig hat irgendwie das Fußball spielen verlernt - aber gewinnt!

Leipzig - Kurioses Spiel! RB Leipzig gewinnt am Samstagnachmittag mit 3:1 (2:1) gegen die TSG Hoffenheim. Zwei Tormannpatzer und eine rote Karte bestimmen die erste Hälfte. Danach folgen ganz viele falsche Entscheidungen und Kopfschütteln - aber drei Punkte für die Sachsen.

Zu Beginn der Partie verabschiedeten sich die RB-Fans von ihrem gefeuerten Trainer Marco Rose.
Zu Beginn der Partie verabschiedeten sich die RB-Fans von ihrem gefeuerten Trainer Marco Rose.  © Picture Point / Gabor Krieg

Die Gäste erwischten bei den Rasenballern definitiv den besseren Start. Wie in letzter Zeit üblich, leisteten sich die Hausherren wahnsinnig viele einfache Fehler, die den Gegner quasi zu Chancen einluden.

Gerade einmal nach elf Minuten schenkte RB-Schlussmann Peter Gulacsi der TSG sogar einen Treffer. Eine Rückgabe landete sicher beim Ungarn, der ohne Not den Ball direkt vor die Füße von Bazoumana Touré schlug, der ohne zu zögern an Tom Bischof weitergab. Der Hoffenheimer zog aus 20 Metern ab. Sein Schuss ging links unten in den Kasten - auch da sah Gulacsi nicht gut aus.

Logisch, dass die Fans bei diesem Spielstand schnell unruhig wurden. Doch nicht nur Gulacsi erwischte offenbar einen schlechten Tag.

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Denn ein Patzer seines Gegenübers Oliver Baumann brachte das überraschende 1:1. Nach einer Ecke von links sprang Benjamin Sesko am höchsten und köpfte Richtung Kasten. Hoffenheims Schlussmann hätte den Versuch durchaus haben können, ließ ihn aber unglücklich ins Tor kullern (24.).

Dann wurde es richtig wild. Bei RB ging es wieder schnell nach vorne und Leo Östigaard stoppte Lois Openda als letzter Mann - es gab glatt rot (28.)! Die Sachsen plötzlich in Überzahl.

Doch trotz der Feldvorteile hatten die Roten Bullen weiterhin große Schwierigkeiten. Es sah teilweise so aus, als hätten die Profis das Fußball spielen verlernt, so unkoordiniert und schwach wurden manche Bälle geschlagen. Und trotzdem fiel noch das 2:1. Nach einem Angriff über rechts landete nach viel Gewurtschtel das Leder irgendwie bei Ridle Baku, der voller Wucht das Rund in links die Maschen schlug.

Bereits nach elf Minuten lag RB Leipzig mit 0:1 zurück.
Bereits nach elf Minuten lag RB Leipzig mit 0:1 zurück.  © Jan Woitas/dpa
Durch den Fehler von Oliver Baumann kam RB Leipzig überraschend zum Ausgleich.
Durch den Fehler von Oliver Baumann kam RB Leipzig überraschend zum Ausgleich.  © Picture Point / Gabor Krieg

RB Leipzig kommt gegen die TSG Hoffenheim gut aus der Kabine

Interimstrainer Zsolt Löw war bei seinem Heimdebüt an der Seitenlinie sehr engagiert unterwegs.
Interimstrainer Zsolt Löw war bei seinem Heimdebüt an der Seitenlinie sehr engagiert unterwegs.  © Picture Point / Roger Petzsche

Interimstrainer Zsolt Löw erkannte die Probleme seiner Mannschaft auch, wechselte zwei Mal in der Pause. Für Arthur Vermeeren und Baku kamen Christoph Baumgartner und Tidiam Gomis.

Und RB machte das gut nach Wiederanpfiff, schnürte die TSG hinten ein und drängte auf den dritten Treffer.

In der 60. Minute hatten die Hausherren aber Glück. Nach einem Hoffenheimer Angriff über links hatte die Hintermannschaft fast komplett gepennt. Castello Lukeba bugsierte den Ball nach einer Flanke sogar ins eigene Tor. Allerdings war ein TSG-Spieler zuvor im Abseits gewesen.

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Dennoch: Die Gäste wurden im Verlaufe der zweiten Halbzeit immer besser und waren in Unterzahl teilweise näher am Ausgleich dran als RB am 3:1.

Löw wechselte schließlich Yussuf Poulsen ein und erst der Däne schaffte es, das Ding über die Linie zu drücken und den Sack zuzumachen. Die Entstehung war aber so derart voller falscher Entscheidungen, dass es kurios war, dass der Stürmer am Ende doch noch einmal zum Schuss kam und die Kugel ins linke Eck schweißte. (84.)

Danach trudelte die Partie noch aus. Unverdient war der Sieg am Ende vielleicht nicht. Aber es ist schon wahnsinn, wie viele Fehler die Sachsen gerade bei leichten Pässen oder Entscheidungen im letzten Drittel gemacht haben. Hätten die Gäste vollzählig zu Ende spielen können, wäre vielleicht ein anderes Ergebnis bei rumgekommen. So feiern die Rasenballer am Ende aber ein perfektes Löw-Heimdebüt.

Hoffenheim spielte Mitte der zweiten Halbzeit trotz Unterzahl richtig gut mit.
Hoffenheim spielte Mitte der zweiten Halbzeit trotz Unterzahl richtig gut mit.  © Picture Point / Roger Petzsche
Am Ende konnte RB Leipzig über drei Punkte jubeln.
Am Ende konnte RB Leipzig über drei Punkte jubeln.  © Jan Woitas/dpa

Statistik zum Spiel RB Leipzig gegen die TSG Hoffenheim

28. Spieltag

RB Leipzig - TSG 1899 Hoffenheim 3:1 (2:1)

RB Leipzig: Gulácsi - Nedeljkovic (73. Klostermann), W. Orban, Lukeba, Raum - Vermeeren (46. Baumgartner), Seiwald (73. Haidara) - Baku (46. Gomis), Xavi - Sesko, Openda (81. Poulsen)

TSG 1899 Hoffenheim: Baumann - Gendrey, Chaves (82. Jurásek), Östigard, Nsoki - Stach, Bischof - Touré (82. Hlozek), Kramaric (89. Tohumcu), Bülter (46. Akpoguma) - Tabakovic (76. G. Orban)

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen im Allgäu)

Zuschauer: 44.478

Tore: 0:1 Bischof (11.), 1:1 Sesko (24.), 2:1 Baku (43.), 3:1 Poulsen (84.)

Gelbe Karten: - / Touré (1), Chaves (6), G. Orban (2)

Rote Karten: - / Östigard (28./Notbremse)

Titelfoto: Jan Woitas/dpa

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