FSV dreht doppelten Rückstand gegen Erfurt zum Heimsieg: "Unfassbare Moral"
Zwickau - Der FSV Zwickau zeigte am Mittwochabend im Nachholer gegen Rot-Weiß Erfurt zwei komplett unterschiedliche Gesichter. Einer ganz schwachen ersten Halbzeit ließen die Schwäne vor 5878 Zuschauern nach dem Seitenwechsel ein Offensivfeuerwerk folgen und siegten unterm Strich verdient 3:2 (0:1.)

Zwickau legte einen katastrophalen Start hin. Sonny Ziemer mit dem Aussetzer gegen Obed Ugondu (1.), der frei vor Lucas Hiemann überlegt einschob. Gespielt waren da gerade zwölf (!) Sekunden und der Matchplan der Schmitt-Elf war über den Haufen geworfen.
Die ersten 45 Minuten waren von den Hausherren erschreckend schwach. Da war kein Zweikampfverhalten vorhanden. Der FSV war immer einen Schritt zu spät, was in vielen Fouls wegen Haltens mündete und überhaupt im Mittelfeld fand man nicht statt.
Dazu wirkte Rechtsverteidiger Jonas Dittrich komplett überfordert. Der Spielstand zur Pause war noch das Beste und eigentlich auch nur der Tatsache geschuldet, dass Erfurt aus der eigenen Überlegenheit zu wenig machte oder im Fall von Ungondu (43.) an der Querlatte scheiterte.
Überraschenderweise verzichtete Coach Rico Schmitt zur Pause auf Wechsel. Das Vertrauen bekam er sofort zurückgezahlt, denn seine Mannschaft war wie ausgewechselt.
Blitz-Ausgleich und Feuer im Angriff: Zwickau dreht auf!

Die Halbzeit war gerade einmal 43 Sekunden alt, da bereitete Jahn Herrmann schön von links für Lukas Eixler (46.) vor, der zum Ausgleich traf.
Mike Könnecke (54.) hatte die Wende auf dem Fuß und zielte nur haarscharf links daneben. Nun waren es die Gäste, die im Mittelfeld erstmal wenig Zugriff bekamen - auch weil Zwickau die Zweikämpfe besser annahm.
Und dann die alte Leier: Das eklatante Verteidigen bei Standards. Ecke Erfurt von links, Theo Martens tauchte am kurzen Pfosten unter dem Ball drunter durch und Dittrich stand nicht nah genug an Gaoussou Dabo (56.). Hiemann war zum zweiten Mal geschlagen.
Wie lange würde die Reaktion auf sich warten lassen? Es dauerte nicht lang, genauer gesagt bis zur 62. Minute. Flanke von halblinks auf Max Somnitz, der den Ball per Kopf ins lange Eck streichelte.
Zwickau jetzt richtig on fire. Erst recht, der, der zwingend mit in die Torschützenliste gehört: Marc-Philipp Zimmermann. Der Strafraum-Polizist profitierte von der unfreiwilligen Vorlage des Erfurters Robin Fabinski und zog aus acht Metern ab - 3:2 (70.)!
Die Westsachsen suchten die Vorentscheidung. Herrmanns Knaller (71.) entschärfte Lorenz Otto. Zimmermann (75.) köpfte drüber. "Wenn wir das gewinnen sollten, ist das das Ergebnis einer unfassbaren Moral", sagte Sportdirektor Robin Lenk kurz vor Abpfiff zu TAG24. Und die unfassbare Moral siegt am Ende!
Titelfoto: Bildmontage: Picture Point / Sven Sonntag