Einer der besten Torhüter der Bundesliga: St.-Pauli-Keeper in der Form seines Lebens
Hamburg - Nikola Vasilj steht für den FC St. Pauli im Tor und macht dabei eine sehr gute Figur - wenn nicht sogar eine der besten. Nicht zuletzt hatte es der 29-Jährige schließlich in die Kicker-Elf des Tages geschafft.

Ganz besonnen macht sich der bosnische Nationalspieler aber nicht viel aus solchen Auszeichnungen.
"Es ist schön zu sehen, ehrlich gesagt. Aber insgesamt bedeutet es nicht viel. Ich würde es sofort gegen einen Punkt in München eintauschen", gab er am Dienstag nach einer sonnigen Trainingseinheit an der Kollaustraße zu.
Dass er statistisch gesehen inzwischen aber sogar zu den besten Torhütern der Bundesliga zählt, mache den Kiezklub-Keeper enorm stolz und schenke auf jeden Fall Selbstvertrauen. "Im Moment läuft es für mich persönlich wirklich gut. Ich fühle mich gut. Ehrlich gesagt habe ich mich in meinem Leben noch nie besser gefühlt. Ich bin selbstbewusst und genieße diese Saison bisher sehr."
Diese Selbstsicherheit zahlt sich nicht nur auf dem Papier, sondern vor allem auf dem Platz aus. Alleine in der laufenden Saison hielt der St.-Pauli-Torhüter drei Elfmeter - zwei davon gegen Freiburgs Linksaußen Vincenzo Grifo (31).
Nikola Vasilj über die restliche Saison: "Jedes Spiel ist ein Finale für uns"

Doch was ist das Erfolgsgeheimnis des 29-Jährigen?
"Es gibt kein Geheimnis", lachte Vasilj, ergänzte aber: "Am Ende ist es einfach ein Gefühl. Normalerweise entscheide ich mich vor dem Spiel (wo ich hinspringe, Anm. d. Redaktion), wenn ich die Stürmer sehe. Aber manchmal ändere ich es während des Spiels."
Am Ende sei es häufig aber einfach Glück, schien sich der Keeper sicher. Unabhängig von Strafstößen gehe es ihm sowieso immer nur darum, die Mannschaft bestmöglich zu unterstützen und nicht alleinige Erfolge zu feiern. "Für mich geht es nur darum, dem Team ein gutes Gefühl zu geben und der Mannschaft zu helfen, Punkte zu holen."
So gehöre für den Torwart neben dem gemeinsamen Feiern und Abklatschen nach einer gelungenen Parade auch der Zusammenhalt im Falle von Gegentoren dazu. "Wir unterstützen uns gegenseitig. Und das gibt mir ein gutes Gefühl. Auch, wenn wir Gegentore kassieren, halten wir zusammen. Das ist für uns extrem wichtig."
Und trotz seines aktuellen Laufes will sich Vasilj keineswegs ausruhen und blickt voll fokussiert auf das kommende Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach.
"Verbesserung ist ein nie endender Prozess. Unser gesamter Fokus liegt jetzt nur darauf, in der Liga zu bleiben. Es sind nur noch wenige Spiele übrig, und wir wissen, dass wir alles geben müssen, um unser Ziel zu erreichen. Vielleicht sogar noch mehr als bisher. Denn jedes Spiel ist jetzt ein Finale für uns."
Titelfoto: Christian Charisius/dpa