Noch vor dem Anpfiff: Massenschlägerei zwischen Fans von Schalke und Hansa Rostock
Gelsenkirchen - Schalke 04 ist sportlich schon gerettet, für den FC Hansa Rostock geht es in der 2. Bundesliga noch ums Überleben. Vor dem Duell der beiden Klubs in Gelsenkirchen flogen aber erstmal die Fäuste.
Wie die Polizei im Laufe des Samstags mitteilte, trafen schon in den frühen Morgenstunden rivalisierte Anhänger beider Klubs im "Nordsternpark" aufeinander, lieferten sich dort eine Massenschlägerei.
Als die Beamten eintrafen, flüchteten die Prügelknaben. Die Polizei sprach von mehreren hundert Gewalttätern.
Im Vorfeld hatten sowohl die Fanhilfe Schalke als auch die der Rostocker den Einsatzkräften vorgeworfen, die Partie als "Versuchskaninchen" für die am 14. Juni startende Fußball-EM in Deutschland zu nutzen.
"Solche Vorwürfe sind absolut haltlos. Wir appellieren an dieser Stelle erneut an die Verantwortlichen in den Fanszenen und den Vereinen, ihren Beitrag zu leisten, deeskalierend zu intervenieren. Niemand außer den Störern hat ein Interesse an Randale. Insofern halte ich derartige Falschmeldungen für unverantwortlich. Deeskalation fordern und so zu eskalieren hilft niemandem", machte Einsatzleiter Peter Both deutlich.
FC Schalke 04 führt zur Halbzeit mit 2:1, Hansa Rostock steht das Wasser bis zum Hals
Die Mitteilung machte deutlich, dass die Polizei den Einsatz rund um das Spiel durchaus nutzt, "um vor der Europameisterschaft Prozesse zu optimieren", hieß es.
"Gleichwohl handelt es sich nicht um einen Übungseinsatz im Hinblick auf die bevorstehende Europameisterschaft. Da die Öffentlichkeit ein hohes Interesse daran hat, über polizeiliches Handeln informiert zu werden und die Polizei umgekehrt den gesetzlichen Auftrag hat, die Öffentlichkeit zu informieren, sind heute Medienvertreter in Absprache mit dem Veranstalter FC Schalke 04 eingeladen, über unsere Arbeit zu berichten", erläuterte Both das Vorgehen.
Sportlich sieht es für die "Kogge" nicht gut aus. Seit fünf Spielen hat der Klub nicht mehr gewonnen, am Samstag hieß es am Ende 1:2.
Damit kann sich Hansa nicht mehr direkt retten, höchstens noch die Relegation erreichen. Sollte allerdings Wiesbaden am Sonntag in Braunschweig gewinnen, ist der Abstieg in die 3. Liga besiegelt.
Erstmeldung um 14.19 Uhr, aktualisiert um 15.08 Uhr.
Statistik zum Spiel FC Schalke 04 gegen den FC Hansa Rostock
2. Bundesliga, 33. Spieltag:
FC Schalke 04 - Hansa Rostock 2:1 (2:1)
FC Schalke 04: M. Müller - van der Sloot, Cissé (72. Mohr), M. Kaminski, Ouwejan (46. Matriciani) - Schallenberg - Ouédraogo (82. Kabadayi), Karaman, Seguin - Terodde (89. Lasme), Topp (89. Latza)
Hansa Rostock: Kolke - David (81. Schumacher), Roßbach, Rossipal - Neidhart (66. Strauß), Dressel, Vasiliadis (66. Hüsing), Singh - Ingelsson, Bachmann (81. Junior Brumado) - Pröger (66. Perea)
Schiedsrichter: Tobias Reichel (Stuttgart)
Zuschauer: 61.533
Tore: 1:0 Karaman (22.), 1:1 Singh (32.), 2:1 Seguin (45.+5)
Gelbe Karten: van der Sloot (1), M. Müller (1) / Pröger (5), Strauß (3)
Rote Karten: - / Singh (69./grobes Foulspiel)
Titelfoto: Bernd Thissen/dpa