Hansa-Fans brechen in Stadion ein: Mutmaßlicher Täter wohl Aufsichtsrats-Kandidat
Aachen - In der Nacht vor dem Auswärtsspiel von Hansa Rostock bei Alemannia Aachen wurden zwei Hansa-Anhänger dabei erwischt, wie sie ins Aachener Stadion einbrachen. Jetzt stellt sich heraus: Einer der mutmaßlichen Täter kandidierte im vergangenen Jahr noch für den Aufsichtsrat der Kogge!

Wie die Ostsee-Zeitung berichtete, wurden die zwei Männer dabei gefilmt, wie sie vor dem Risikospiel in der 3. Liga in den Aachener Tivoli einstiegen. Beamte nahmen die Personalien auf, beide erhielten einen Platzverweis, eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs und Hausverbot im Stadion.
Bei einem der beiden mutmaßlichen Täter handelte es sich Informationen der Zeitung zufolge aber nicht "nur" um einen Fan, sondern um einen Aufsichtsratskandidaten!
Der Mann hatte sich bei der Außerordentlichen Mitgliederversammlung von Hansa Rostock am 21. Dezember zur Wahl für einen Aufsichtsratsposten gestellt, allerdings nicht die nötige Stimmenzahl erhalten.
Den Namen des Mannes nannte die Zeitung nicht.
Kamera filmte die beiden Männer beim Einbruch in den Aachener Tivoli
Hansa Rostock: Aufsichtsratskandidat hat gleich die nächste Anzeige am Hals

Die Wahl war nötig geworden, weil fünf von sieben Aufsichtsratsmitgliedern des Ostsee-Klubs im vergangenen Oktober auf einmal zurückgetreten waren, nachdem Hansa-Fans einen Sonderzug mit Anhängern von Rot-Weiss Essen angegriffen hatten.
In ihrer Rücktrittsverkündung baten die Funktionäre alle Mitglieder und Fans, innezuhalten und das Geschehen zu reflektieren, gefruchtet hat das wohl nicht.
Seither sind die Hansa-Anhänger in diverse weitere Skandale verwickelt gewesen, unter anderem beim Heimspiel gegen Dynamo Dresden, aber auch bei besagtem Auswärts-Match in Aachen, als die Gäste ihren Block und Sanitäranlagen verwüsteten.
Bei dem Spiel besuchte der mit einem Hausverbot belegte Aufsichtsratskandidat das Stadion offenbar trotzdem, wurde dabei erneut gefilmt - ihm winkt deshalb wieder eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs.
Titelfoto: Fabian Strauch/dpa