Abwehr-Puzzle! Wer bleibt den Veilchen weiter erhalten?
Aue - Nur sechs Spiele ohne Gegentor sind ein Beleg dafür, wo es bei Erzgebirge Aue mit am meisten hakt. Die Härtel-Elf hat jetzt schon mehr Gegentore bekommen, als in der kompletten letzten Saison. Ein Grund sind mit die permanenten Wechsel in der Viererkette, speziell in der Innenverteidigung.

Hier konnte sich nie ein Duo einspielen, sei es aus Verletzungs- und Formgründen oder wegen taktischer Erwägungen. Das wirft die Frage auf, wie die Veilchen perspektivisch planen.
Fakt ist: Anthony Barylla (27) und Erik Majetschak (25) haben über die Saison hinaus Vertrag. Bei Steffen Nkansah (28) sowie Niko Vukancic (23) enden die Arbeitspapiere zum 30. Juni und Tim Hoffmann (20) ist nur von Hertha BSC ausgeliehen.
In Cottbus konnte Nkansah definitiv Pluspunkte sammeln. Er und Majetschak verteidigten resolut gegen eine der besten Offensiven der 3. Liga, was auch Sportchef Matthias Heidrich (47) registriert hat.
Inwiefern bei Nkansah, der zur Leonhardt-Ära unter Vertrag genommen wurde, Gehaltsanpassungen eine Rolle spielen, ist die große Frage.
Vukancic-Poker läuft - wie weit geht Aue für seinen Abwehrchef?

Bei Vukancic wiederum muss Aue die eigenen Schmerzgrenzen ausloten. Wie viel ist man bereit, für den besten Abwehrmann in der linken Innenverteidigung auf den Tisch zu legen? "Wir würden Niko gern behalten", betont Heidrich. Aber dazu gehören immer zwei Seiten. Gleiches gilt für Hoffmann, wo die Gemengelage eine andere ist.
Das Hertha-Talent war als Vukancics Back-up verpflichtet worden und nach dessen Außenbandriss zu Beginn gesetzt. Als es nicht mehr so gut lief, entschied sich Ex-Coach Pavel Dotchev für einen Wechsel, er brachte Majetschak, um mehr Erfahrung und Stabilität hineinzubekommen.
Seither ist Hoffmann kaum mehr zum Zug gekommen, sei es, weil Vukancic nach seiner Verletzung zurückgekehrt war oder eben Majetschak und oder Nkansah den Vorzug erhielten.
Bleibt die Frage, ob Hoffmann bereit ist, sich gegebenenfalls noch ein Jahr hinten anzustellen oder sich die Wege doch eher zum Saisonende trennen werden - was nach den letzten Wochen nicht verwundern würde.
Titelfoto: picture point/Sven Sonntag