FCA tobt nach Platzverweis: "VAR abschaffen"

Von Klaus Bergmann

Augsburg - Eine Gelb-Rote Karte erzürnt die Augsburger bei ihrer ersten Rückrunden-Niederlage gegen den FC Bayern.

In der 59. Spielminute flog Cédric Zesiger (26) vom Platz.
In der 59. Spielminute flog Cédric Zesiger (26) vom Platz.  © Tom Weller/dpa

Sportdirektor Marinko Jurendic (47) stellte eine Woche nach einem unberechtigten Handelfmeter, der beim 1:1 in Hoffenheim zum Ausgleich und dem Verlust von zwei Punkten geführt hatte, nach dem 1:3 am Freitagabend sogar den Videobeweis als Hilfsmittel für mehr Gerechtigkeit im Profi-Fußball infrage.

"Dann können wir den VAR auch abschaffen", sagte Jurendic genervt mit Blick auf die durchaus spielentscheidende Gelb-Rote Karte für FCA-Verteidiger Cédric Zesiger (26) nach knapp einer Stunde Spielzeit, als es noch 1:1 stand.

Mit einem Mann mehr trafen postwendend Harry Kane (31) und in der Nachspielzeit auch noch Leroy Sané (29) für den FC Bayern München.

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"Ball gespielt, kein Foul, keine Gelbe Karte", sagte Jurendic wie alle anderen Protagonisten des FC Augsburg auch zum folgenschweren Zweikampf von Zesiger mit Kane, bei dem der Verteidiger bei seiner Grätsche erst den Ball spielte und dann den Münchner Torjäger hart am Knöchel traf.

Kane lief nach dem Spiel mit einem dicken Eis-Pack am Fuß durch die Katakomben. Ein Tackling von hinten sei gefährlich, meinte der hart am Knöchel getroffene Engländer.

FCA-Coach Thorup: "Jetzt muss ich aufpassen"

Für dieses Tackling sah Zesiger die Ampelkarte.
Für dieses Tackling sah Zesiger die Ampelkarte.  © Tom Weller/dpa

Jurendic beklagte derweil das Regelwerk, dass ein Eingreifen des Video-Assistenten nur bei einer Roten Karte erlaubt ist. Der schon verwarnte Zesiger sah in der Szene die zweite Gelbe Karte. Jurendic plädiert dringend für eine Korrektur des VAR-Einsatzes, ansonsten mache dieser keinen Sinn.

Der Platzverweis habe zu einem komplett anderen Spielverlauf geführt, "einem Filmriss". Direkt danach fiel das vorentscheidende Tor zum 1:2.

FCA-Trainer Jess Thorup (55) war bemüht, seinen Ärger nach der ersten Rückrunden-Niederlage seiner Mannschaft zu beherrschen. "Jetzt muss ich aufpassen", sagte der Däne: "Ich habe letzte Woche über den Schiedsrichter geredet. Ich will nicht immer über den Schiedsrichter reden."

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Auch für ihn war die Situation eindeutig: "Er trifft den Ball 100 Prozent vorher, deshalb ist es für mich keine Gelbe Karte." Und damit auch kein Gelb-Rot für Zesiger.

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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