191 Spiele für die Lausitzer: Energie Cottbus trauert um Torwart-Legende
Magdeburg/Cottbus - Die Lausitz und der ganze Fußball-Osten trauern um einen Kult-Keeper: Andreas Wendt, der von 1974 bis 1982 bei Energie Cottbus zwischen den Pfosten stand, ist im Alter von 73 Jahren gestorben.

Das gab das "FC Energie Museum" am Freitag auf Facebook bekannt. Demnach ist der frühere FCE-Torwart bereits am 28. März in seiner letzten Wahl-Heimat Magdeburg aus dem Leben geschieden.
"Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, den Verwandten, allen Weggefährten und Freunden. Ruhe in Frieden, lieber Andi", schrieb die Seite des virtuellen Klub-Archivs.
Der Schlussmann, der aufgrund seiner stämmigen Figur liebevoll "dicker Wendt" genannt wurde, lernte sein Torwart-Handwerk zunächst in seiner Geburtsstadt Leipzig.
Dort kickte er unter anderem für die Armeesportgemeinschaft Vorwärts Leipzig, während er seinen Wehrdienst absolvierte. Anschließend wechselte er im Mai 1974 zur damaligen Betriebssportgemeinschaft aus Cottbus.
Bei Energie avancierte er unter Trainer Manfred Kupferschmied (83) als junges Talent rasch zur Stammkraft und schaffte mit dem Team auch umgehend den Aufstieg in die DDR-Oberliga.
Allerdings konnten sich die Lausitzer dort nicht lange halten und kämpften gemeinsam mit Wendt in den folgenden Jahren trotz mehrerer Relegations-Teilnahmen vergeblich um die Rückkehr ins Oberhaus.
Andreas Wendt spielte 49 Mal für Energie Cottbus in der DDR-Oberliga

1981 sollte der große Wurf auch dank des starken Keepers aber endlich wieder gelingen, weshalb Wendt noch einmal Oberliga-Luft schnuppern durfte und sogar zum Energie-Fußballer des Jahres gekürt wurde.
Mit dem direkten Wiederabstieg endete jedoch auch seine Ära beim FCE. Anschließend ließ der Kult-Schlussmann seine Karriere beim Stadtrivalen Cottbus-Saspow ausklingen und hing die Handschuhe 1985 an den Nagel.
Insgesamt hütete der gebürtige Sachse in 191 Pflichtspielen das Energie-Tor, 49 davon in der höchsten DDR-Spielklasse.
Titelfoto: Imago / Christian Schroedter