Nach Feuerzeug-Skandal: Ergebnis ungültig! VfL Bochum bekommt Sieg zugesprochen

Von Ulrike John

Frankfurt am Main - Das Bundesliga-Spiel zwischen Union Berlin und dem VfL Bochum wird nach dem Feuerzeugwurf gegen Torwart Patrick Drewes (31) mit 2:0 zugunsten der Bochumer gewertet.

Bochum-Keeper Patrick Drewes (31) am Donnerstag im Verhandlungssaal im Frankfurter DFB-Sportgericht.
Bochum-Keeper Patrick Drewes (31) am Donnerstag im Verhandlungssaal im Frankfurter DFB-Sportgericht.  © Arne Dedert/dpa

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) unter dem Vorsitz von Stephan Oberholz sah es nach der mündlichen Verhandlung am Donnerstag in Frankfurt als erwiesen an, dass VfL-Keeper Drewes in seiner "Spielfähigkeit eingeschränkt" war.

"Entscheidungen am Grünen Tisch sind immer das allerletzte Mittel. Die Umstände ließen uns aber kaum andere Möglichkeiten", begründete Oberholz seine Entscheidung: "Wir konnten keine Aspekte eines Komplotts oder eines Schmierentheaters erkennen." Gegen das Urteil kann binnen einer Woche beim DFB-Bundesgericht in Berufung gegangen werden.

Bochum hatte Einspruch gegen die Wertung des 1:1 bei Union Berlin kurz vor der Winterpause eingelegt. Der 31-jährige Schlussmann war am 14. Dezember im Kellerduell kurz vor dem Abpfiff von einem Feuerzeug aus dem Union-Block am Kopf getroffen worden.

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Er konnte nicht weiterspielen, musste mit Schwindel und Übelkeit ins Krankenhaus. Die Partie wurde nach rund 30 Minuten Unterbrechung ohne Drewes fortgesetzt.

Da Bochum sein Auswechselkontingent bereits ausgeschöpft hatte, ging Angreifer Philipp Hofmann (31) kurzzeitig ins Tor. Beide Teams passten danach den Ball lediglich hin und her, um die Begegnung zu beenden.

Auch Unions Geschäftsführer Sport Horst Heldt (55) nahm an der mündlichen Verhandlung teil.
Auch Unions Geschäftsführer Sport Horst Heldt (55) nahm an der mündlichen Verhandlung teil.  © Arne Dedert/dpa

VfL-Keeper Drewes wurde später im Krankenhaus untersucht. Ein Test auf Gehirnerschütterung sei unauffällig verlaufen, sagte damals ein VfL-Sprecher.

"Vorne links oben" am Kopf sei er getroffen worden, sagte Drewes bei der dreistündigen Verhandlung im Saal Golden Goal auf dem DFB-Campus. "Das war schon ein Treffer, den ich wahrgenommen habe."

Die Bochumer waren nach der Unterbrechung in der Partie nur unter Protest wieder auf den Platz gegangen.

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Union hatte den Feuerzeugwerfer nach eigenen Angaben ermittelt, eine Anzeige erstattet und ein dreijähriges Stadionverbot ausgesprochen.

Erstmeldung von 16.53 Uhr, zuletzt aktualisiert 17.03 Uhr.

Titelfoto: Bildmontage: Arne Dedert/dpa

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