DFB-Pokal-Wahnsinn in Frankfurt: Blitz-Rot und ominöser Masken-Jubel
Frankfurt am Main - Was ging da in Frankfurt ab?! Erst holte sich Eintrachts Arthur Theate (24) nach seiner umstrittenen Gelb-Roten Karte bei Union Berlin auch im DFB-Pokalspiel gegen Gladbach einen Platzverweis ab, dann ging die SGE in Unterzahl trotzdem in Führung - und siegte am Ende sogar keineswegs unverdient mit 2:1 (1:0).
Dabei hätte die spielentscheidende Aktion zu Ungunsten der Diva vom Main bereits in der Frühphase der Partie stattgefunden haben und kaum harmloser sein können: Bereits in der 15. Spielminute hätte der Belgier mit der auffälligen Mähne das Spielgerät kurz vor dem eigenen Sechzehner lediglich aufnehmen und klären müssen.
Stattdessen setzte es bei Theate scheinbar kurzzeitig aus, er kam ins Straucheln und in letzter Verzweiflung spitzelte er den Ball mit der Hand vom Fuß seines Gegenspielers.
Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck blieb das auch ohne VAR nicht verborgen. Die logische Konsequenz: Glatt Rot für das Vereiteln einer klaren Torchance.
Somit standen die Adlerträger bereits nach einer Viertelstunde mit dem Rücken zur Wand, nachdem sich Theate binnen fünf Tagen seinen zweiten Platzverweis eingefangen hatte.
Anstatt einer drückenden Überlegenheit der Gäste sah man von da an aber eine Eintracht, die durchaus mitspielte und sich nicht hinten rein stellte.
Arthur Theate flog bereits bei Union Berlin mit Gelb-Rot vom Platz
Das Resultat: Kurz vor dem Pausenpfiff netzte Hugo Ekitiké zur Führung ein (47.+2), die Gladbachs Ko Itakura zwei Minuten nach Wiederanpfiff nach einer Ecke egalisieren konnte (47.).
Die Einwechslung von Eintrachts Superstürmer Omar Marmoush hatte nach einem feinen Tänzchen im Fünfmeterraum aber die erneute Führung (70.) - und noch ein ominöses Extra - parat.
Direkt nach seinem Treffer sprintete der Ägypter in Richtung Ersatzbank und holte sich eine weiße Maske ab, die er umgehend aufsetzte und erst dann in Richtung der jubelnden Massen los sprintete. Was es mit dem Masken-Jubel auf sich hatte, wird sich unter Umständen noch aufklären.
Dass Ellyes Skhiri kurz vor Abpfiff dann die endgültige Entscheidung allein vor dem Tor verdaddelte (87.), war letztlich unerheblich.
Denn vor allem dank Halloween-Fan Marmoush wird die SGE auch im DFB-Pokal-Achtelfinale auf Erschrecker-Tour gehen.
Titelfoto: Thomas Frey/dpa