München pfeift auf "Nations-League-Dingsda": Stadt will "keinen Euro dafür ausgeben"
Von Martin Moravec
München - Die Stadt München verzichtet gerne auf das Final-Four-Turnier der Fußball-Nations-League. Der Oberbürgermeister spricht sogar vom "Nations-League-Dingsda". Da ruft sogar der Vorstandsboss des FC Bayern an.
Die bayerische Landeshauptstadt habe weder die logistischen noch die finanziellen Ressourcen, "dieses Turnier zu unterstützen", sagte Münchens OB Dieter Reiter (66, SPD) am Mittwoch im Stadtrat. Lust habe sie außerdem auch keine.
Reiter wollte dieses "Nations-League-Dingsda" in der Sitzung nicht "brüsk ablehnen", sondern zumindest bis zur nächsten Sitzung vertagen. Grund dafür war nach Reiters Aussage ein Anruf von Bayern Münchens Vorstandschef Jan-Christian Dreesen (57), der ihn noch am Vorabend kontaktiert habe.
Bundestrainer Julian Nagelsmann (37) und seine Nationalspieler kämpfen im März gegen Italien um den erstmaligen Einzug ins Final-Four-Turnier der Nations League. Am 20. März tritt das DFB-Team in Mailand an, das Viertelfinal-Rückspiel wird am 23. März in Dortmund ausgetragen.
Bei einem Erfolg im Viertelfinale würde die deutsche Nationalmannschaft als Gastgeber ins Finalturnier einziehen, das dann vom 4. bis 8. Juni in München und Stuttgart ausgetragen würde - so der Wunsch von DFB und UEFA.
Nations League: München hat keine Kapazitäten für die Finalrunde
"Wir haben nix dagegen, wenn ihr hier spielt", sagte Reiter in Richtung DFB und UEFA, "allerdings werden wir keinen Euro dafür ausgeben und wir werden auch logistisch nicht in der Lage sein, ein Fan-Fest und was alles damit zusammenhängt zu organisieren."
Olympia-Park und Königsplatz seien schon verplant.
Reiter kann es nachvollziehen, dass DFB und UEFA "pragmatische Gründe" für das Finalturnier in München sehen. Schließlich wird nur eine Woche zuvor am 31. Mai das Champions-League-Endspiel in der Allianz Arena, Heimstätte des FC Bayern, ausgetragen. Er sehe nur keine Kapazitäten für das Nations-League-Finale.
Sollte Italien Deutschland aus der Nations League werfen, würde sich die Frage nach einem Ausrichter in Deutschland erübrigen.
Titelfoto: Tom Weller/dpa