Hauseinsturz in Görlitz: Mutter der verstorbenen 26-Jährigen meldet sich zu Wort

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Görlitz - Nun herrscht schreckliche Gewissheit: Den Einsturz eines Wohnhauses in Görlitz vom Montagabend haben mindestens zwei Menschen nicht überlebt. Ein Mann wird noch gesucht.

Rettungskräfte haben am späten Mittwochabend eine Frauenleiche unter den Trümmern entdeckt.
Rettungskräfte haben am späten Mittwochabend eine Frauenleiche unter den Trümmern entdeckt.  © Paul Glaser/dpa

Retter fanden am späten Mittwochabend gegen 22.30 Uhr mithilfe eines Suchhundes eine verschüttete Frau unter den Trümmern, wie die Polizei in der Nacht auf Donnerstag mitteilte.

Später kam heraus, dass es sich dabei um Georgiana Rusu (†25) aus Rumänien handelt. "Ein Notarzt kam zum Einsatz. Dieser konnte nur noch den Tod feststellen", so die traurige Nachricht von Sprecherin Anja Leuschner (36).

"Noch während die Verstorbene geborgen wurde, gingen die Suchmaßnahmen in einigen Bereichen des eingestürzten Hauses weiter", berichtete Leuschner. Schließlich hätten die Maßnahmen in vollem Umfang fortgesetzt werden können.

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Am frühen Donnerstagnachmittag wurde dann eine zweite Leiche geborgen. Dabei handelt es sich um Simona Marcu (†26) aus Rumänien.

TAG24 berichtet im Liveticker.

21. Mai, 18.07 Uhr: Mutter der verstorbenen 26-Jährigen meldet sich zu Wort

Der Görlitzer OB Octavian Ursu (58, CDU) hat sich nach dem Fund der zweiten Frauenleiche, deren Mutter am Donnerstag vor Ort gewesen ist, zu Wort gemeldet.

"Heute war die Mutter dabei, erstaunlich gefasst", berichtete der 58-Jährige. Die Frau habe erwartet, dass eine schlimme Nachricht komme. Es habe ihn beeindruckt, dass sie sich für die Unterstützung der vielen Helfer bedankt habe. "Dass man in so einer Situation an so etwas denken kann, ist schon beeindruckend", fügte Ursu hinzu.

Der Görlitzer OB Octavian Ursu (58, CDU) betreut vor Ort die Angehörigen.
Der Görlitzer OB Octavian Ursu (58, CDU) betreut vor Ort die Angehörigen.  © Sebastian Kahnert/dpa

21. Mai, 16.44 Uhr: Hoffnung nimmt immer mehr ab

Nach dem Fund von zwei Frauenleichen glaubt kaum jemand daran, den vermissten Deutsch-Bulgaren (48) noch lebend retten zu können. Die Überlebenschancen unter dem riesigen Schuttberg gelten inzwischen als sehr gering.

Die Retter vermuten den 48-Jährigen im hinteren Teil des zerstörten Hauses. Notfallseelsorger sind derzeit vor Ort, um die Hinterbliebenen zu betreuen. Ein rumänischer Pfarrer aus Dresden sowie ein rumänisch-ukrainischer Pfarrer aus Zittau sind ebenso vor Ort.

Ein Mitarbeiter der Notfallseelsorge am Einsatzort. Nach dem Hauseinsturz in der ostdeutschen Stadt sind in den Trümmern die Leichen von zwei Frauen gefunden worden.
Ein Mitarbeiter der Notfallseelsorge am Einsatzort. Nach dem Hauseinsturz in der ostdeutschen Stadt sind in den Trümmern die Leichen von zwei Frauen gefunden worden.  © Sebastian Kahnert/dpa

21. Mai, 15.28 Uhr: Retter entdecken zweite Frauenleiche

Laut der Görlitzer Polizei ist am Donnerstagnachmittag eine zweite Leiche aus den Trümmern geborgen worden.

Dabei handelt es sich um Simona Marcu (†26) aus Rumänien. Sie wurde demnach im vorderen Teil des zerstörten Hauses gefunden. "Seelsorger setzten gemeinsam mit dem Oberbürgermeister Octavian Ursu und dem Polizeiführer die Angehörigen über die Geschehnisse in Kenntnis", so die Polizei in einer Mitteilung.

Einsatzkräfte der Feuerwehr arbeiten sich durch Trümmerteile des eingestürzten Hauses.
Einsatzkräfte der Feuerwehr arbeiten sich durch Trümmerteile des eingestürzten Hauses.  © Sebastian Kahnert/dpa

21. Mai, 14.57 Uhr: Unglücksursache noch immer nicht geklärt

Noch immer ist unklar, wie es zu dem Unglück kommen konnte.

"Aber es sieht nach einer Gasexplosion aus", so der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (58, CDU). Bereits wenige Stunden nach dem Einsturz des Hauses war laut der Görlitzer Polizei ein Gasleck entdeckt worden.

21. Mai, 14.30 Uhr: Umliegende Haushalte weiter abgeklemmt

Noch immer wird nach den beiden Vermissten in den Trümmern gesucht. Von der Suche sind zudem 18 Haushalte in der direkten Nachbarschaft betroffen. Diese haben derzeit weder Strom noch Gas. Wie Polizeisprecher Stefan Heiduck (34) gegenüber TAG24 mitteilte, wird sich daran vorerst nichts ändern, zumindest am heutigen Donnerstag.

Besonders betroffen ist das Haus, das links neben der Unfallstelle steht. Dort ist das Betreten komplett untersagt. Beim rechten Haus ist es möglich, das Gebäude in Begleitung der Polizei kurzzeitig zu betreten. Derweil arbeiten die Görlitzer Stadtwerke daran, die betroffenen Häuser schnellstmöglich wieder ans Netz zu bringen.

Die Polizei sichert die Unglücksstelle ab.
Die Polizei sichert die Unglücksstelle ab.  © xcitepress

21. Mai, 13.45 Uhr: Theater reagiert auf Unglück und sagt Kulturpicknick ab

Das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau hat auf den tödlichen Gebäudeeinsturz reagiert und das für heute geplante "Kulturpicknick" auf der Theaterwiese abgesagt.

"Nach dem tragischen Ausgang des Hauseinsturzes in Görlitz ist dies kein Moment für ein unbeschwertes Zusammenkommen", hieß es in einem Beitrag auf Facebook.

21. Mai, 12.44 Uhr: Bislang keine neuen Hinweise auf die Vermissten

Trotz intensiver Suche konnten die zwei noch Vermissten bislang nicht gefunden werden.

"Es gibt keine neuen Hinweise", erklärte Polizei-Sprecher Stefan Heiduck (34) gegenüber TAG24 am Donnerstagmittag.

Man sei dabei, im Vorder- und Hinterteil der Einsturzstelle "so viel wie möglich" Schutt wegzuräumen. "Deshalb pausieren derzeit die Personensuchhunde."

Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks arbeiten sich durch Trümmerteile des eingestürzten Hauses.
Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks arbeiten sich durch Trümmerteile des eingestürzten Hauses.  © Sebastian Kahnert/dpa

21. Mai, 9.19 Uhr: Feuerwehrkräfte nach 24 Stunden unermüdlicher Arbeit abgelöst

Am Donnerstagmorgen sind die Feuerwehrkräfte nach einer 24-stündigen Schicht abgelöst worden.

Die Kollegen hätten zwar Pausen gemacht, seien aber die ganze Zeit vor Ort gewesen, erklärte Sprecherin Anja Weigelt gegenüber dem MDR. "Sie sind müde, sie sind schmutzig, sie wollen einfach nur noch nach Hause."

Derzeit versuche man, große Bauteile mit schwerem Gerät von der Einsatzstelle zu entfernen, um im Schutt besser agieren zu können.

Feuerwehrleute haben sich durch eine 24-Stunden-Schicht gearbeitet.
Feuerwehrleute haben sich durch eine 24-Stunden-Schicht gearbeitet.  © Paul Glaser/dpa

21. Mai, 7.17 Uhr: Zwei Personen weiter vermisst - Suchhunde schlagen an

Eine rumänische Touristin (26) und ein Mann (48) mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit gelten weiter als vermisst.

Die Suche läuft daher vollumfänglich weiter. Man konzentriere sich derzeit besonders auf eine Stelle, wo Hunde in der Nacht angeschlagen hätten, teilte Polizei-Sprecher Stefan Heiduck (34) gegenüber TAG24 mit.

Dabei werde Bauschutt mit der Hand beseitigt. Zugleich dränge die Zeit. "Je länger der Einsatz dauert, desto geringer ist die Chance, noch Überlebende zu finden", so Heiduck.

Noch immer werden zwei Personen vermisst.
Noch immer werden zwei Personen vermisst.  © Sebastian Willnow/dpa

21. Mai, 6.36 Uhr: Leiche entdeckt - Kriminalpolizei identifiziert Frau als 25-Jährige aus Rumänien

Nach dem Fund einer toten Frau haben Kriminalpolizei und Kriminaltechniker den Leichnam identifiziert.

Es handelt sich um die 25-jährige Vermisste aus Rumänien, wie die Polizei mitteilte.

Der Polizeiführer habe gemeinsam mit Oberbürgermeister Octavian Ursu (58) und einem Seelsorger die Angehörigen informiert.

Eine 25-jährige Frau aus Rumänien ist bei dem Hauseinsturz in Görlitz ums Leben gekommen.
Eine 25-jährige Frau aus Rumänien ist bei dem Hauseinsturz in Görlitz ums Leben gekommen.  © Paul Glaser/dpa

20. Mai, 22.33 Uhr: Hund schlägt noch einmal an einer bestimmten Stelle an

"Aktuell ist ein Saugbagger vor Ort, um die Maßnahmen zu unterstützen. Auch ein Hund war noch mal vor Ort. Er hat an einer Stelle angeschlagen, wo schon die vergangenen Tage öfter angeschlagen wurde. Dort wird jetzt intensiver gesucht", erklärte Polizeisprecherin Anja Leuschner gegenüber TAG24.

Die Suche wird die Nacht über weitergehen.

Die Retter kämpfen auch im Regen weiter.
Die Retter kämpfen auch im Regen weiter.  © Paul Glaser/dpa

20. Mai, 21.34 Uhr: Weiter keinerlei Lebenszeichen

In Görlitz heißt es weiter bangen. Derweil hat es am Mittwochabend angefangen, zu regnen. "Die Arbeiten laufen auf Hochtouren. Wir geben unser Menschenmögliches", sagte ein Sprecher der Polizei gegenüber der dpa.

Versuche, etwas von den Vermissten zu hören, sind bislang fehlgeschlagen. "Wir haben in den Trümmerkegel mit Megafon hereingesprochen, dass Reaktionen gezeigt werden sollen", erklärte eine Sprecherin vom THW. Weil es keine Reaktionen gegeben habe, würde man nun weitersuchen.

Neben der Dunkelheit hat in Görlitz auch der Regen eingesetzt.
Neben der Dunkelheit hat in Görlitz auch der Regen eingesetzt.  © Paul Glaser/dpa

20. Mai, 20.20 Uhr: Stille an der Einsatzstelle

An der Unglücksstelle ist es zuletzt zeitweise sehr still geworden. Anja Weigel, die Leiterin der Berufsfeuerwehr Görlitz, sagte dazu, dass Hohlräume freigelegt worden seien. Kameraden des THW würden diese per Ortung mit Sonden untersuchen.

"Es wird geschaut, sind irgendwo Klopfgeräusche? Kann man jemanden rufen hören, hört man vielleicht Atemgeräusche? Dazu brauchen wir absolute Stille an der Einsatzstelle", erklärte sie.

Dieses Bild vom Nachbarhaus aus fotografiert, macht es sehr deutlich: Hier könnten wirklich noch viele Hohlräume sein.
Dieses Bild vom Nachbarhaus aus fotografiert, macht es sehr deutlich: Hier könnten wirklich noch viele Hohlräume sein.  © Polizei Sachsen
Momentan ist an der Unfallstelle oft Stille gefordert.
Momentan ist an der Unfallstelle oft Stille gefordert.  © Lars Haubner/NEWS5

20. Mai, 16.58 Uhr: So lange können Menschen unter Trümmern überleben

Nach dem Hauseinsturz in Görlitz hoffen viele Menschen weiterhin darauf, dass die drei vermissten Menschen in den Trümmern lebend gefunden werden. Fachleuten zufolge könnte das theoretisch zwei Tage nach dem Unglück noch klappen.

Mehr Infos unter: "So lange können Menschen unter Trümmern überleben".

Einsatzkräfte arbeiten mit schwerem Gerät an der Einsatzstelle.
Einsatzkräfte arbeiten mit schwerem Gerät an der Einsatzstelle.  © Paul Glaser/dpa

20. Mai, 16.33 Uhr: Warum zieht sich die Suche so lange hin?

Nach dem Einsturz des Wohngebäudes in Görlitz wird noch immer nach drei Vermissten gesucht. Während die Überlebenschancen mit fortlaufender Zeit sinken, stellt sich die Frage, warum die Suchaktion so lange dauert.

Mehr Infos gibt es dazu in dem Artikel: "Mehrere Vermisste nach Hauseinsturz in Görlitz: Warum zieht sich die Suche so lange?"

Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerk (THW) arbeiten auf dem eingestürzten Wohnhaus.
Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerk (THW) arbeiten auf dem eingestürzten Wohnhaus.  © Paul Glaser/dpa

20. Mai, 15.25 Uhr: Feuerwehr-Leiterin weiß nicht, ob Suche Mittwoch endet

Die Leiterin der Feuerwehr Görlitz, Anja Weigel, hat sich am Nachmittag mit einem neuen Update zu Wort gemeldet.

"Wir haben derzeit noch nichts gefunden, aber wir gehen davon aus, je tiefer wir kommen, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass wir auf Personen treffen", sagte sie laut dpa. "Das kann schnell gehen, das kann auch bis morgen dauern", fügte sie hinzu.

Die Leiterin der Feuerwehr Görlitz, Anja Weigel, weiß nicht, ob die Suche am Mittwoch enden wird.
Die Leiterin der Feuerwehr Görlitz, Anja Weigel, weiß nicht, ob die Suche am Mittwoch enden wird.  © Steffen Füssel

20. Mai, 15.15 Uhr: Polizei gibt Update und veröffentlicht aktuelle Fotos

Die Suchmaßnahmen nach den vermissten Personen dauern laut der Görlitzer Polizei weiter an.

"Dabei arbeiten alle beteiligten Partner rund um die Uhr und Hand in Hand. Aufgrund der Umstände des Einsatzgebietes erfolgt die Abtragung des zusammengestürzten Hauses zum großen Teil von Hand in Form einer Menschenkette", teilt die Behörde mit.

Dazu veröffentlicht sie aktuelle Bilder von vor und hinter dem Haus.

So sieht es derzeit hinter dem eingestürzten Haus aus.
So sieht es derzeit hinter dem eingestürzten Haus aus.  © Polizei Sachsen
Hier sind die Arbeiten vor dem Haus zu sehen.
Hier sind die Arbeiten vor dem Haus zu sehen.  © Polizei Sachsen

20. Mai, 14.19 Uhr: OB-Wahlkampf wegen Gebäudeeinsturz auf Eis gelegt

Vor dem zweiten Wahlgang der Oberbürgermeisterwahl in Görlitz am 31. Mai haben beide Kandidaten ihren Wahlkampf aufgrund des Gebäudeeinsturzes vorerst auf Eis gelegt.

Der amtierende OB Octavian Ursu (58, CDU) sowie sein Herausforderer Sebastian Wippel (43, AfD) wollen in den nächsten Tagen darauf verzichten, Infostände in der Stadt aufzubauen und Straßenwahlkampf zu betreiben. Wippel hatte seinen Entschluss bereits am Dienstag via Facebook mitgeteilt. Wie die "Sächsische" am Mittwoch berichtete, unterbricht auch Ursu seinen Wahlkampf.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa

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