Welcher Feuerberg ist als der größte Vulkan der Welt bekannt? Die Antwort dürfte viele verblüffen, weil es nicht nur einen Vulkan gibt, der Gewinner in dieser Kategorie ist.
Weitere Superlative gibt's außerdem unter Naturrekorde.
Die Frage nach dem größten Vulkan der Welt kann man nicht so direkt beantworten. Grundsätzlich kommt es darauf an, wie man "Größe" definiert. Man kann dabei vier verschiedene Messkriterien heranziehen:
- Höhe (von der Basis bis zur Spitze)
- Gesamtvolumen
- Fläche
- Befindet sich der Vulkan auf dem Festland oder unter Wasser?
Auch die Unterscheidung zwischen aktiven und inaktiven Vulkanen spielt eine Rolle.
Anhand dieser Kriterien kann man insgesamt vier Vulkane als die größten Vulkane der Welt bestimmen. TAG24 zeigt die Spitzenreiter jeder Kategorie.
Der größte aktive Vulkan der Erde: Mauna Loa
Der größte, beziehungsweise massereichste Vulkan der Welt ist der Mauna Loa auf Hawaii. Fast die Hälfte des Vulkans befindet sich unter dem Meeresgrund. Insgesamt hat er eine Höhe von etwa 9200 Metern, womit er insgesamt höher ist als der Mount Everest (8850 Meter). Es liegen allerdings nur etwa 4170 Meter des Mauna Loa über dem Meeresspiegel.
Der Vulkan zählt zu den sogenannten Schildvulkanen, was bedeutet, dass er sehr flach abfällt. Dadurch kommt ein Gesamtdurchmesser von stolzen 120 Kilometern zustande. Das entspricht einer Gesamtfläche von 5271 Quadratkilometern (doppelt so groß wie das Saarland).
Beim Mauna Loa handelt es sich außerdem um den größten, aktiven Vulkan der Welt. Zuletzt brach er im November 2022 aus. Insgesamt bedeutet "aktiver Vulkan" jedoch nicht, dass er immer ausbrechen muss.
Anzeichen dafür, dass es sich um einen aktiven Vulkan handelt:
- Erdbeben
- Gasaustritte, Gas- und Lavaansammlungen
- Veränderung der Landschaft
- erhöhter Wärmeaustritt
- Asche- und Rauchentwicklung
- aktive Lavaflüsse
Jede Veränderung wird dabei von Vulkanologen beobachtet, um Prognosen über mögliche Ausbrüche zu geben und frühzeitige Warnungen auszusprechen.
Größter Vulkan unter Wasser: Tamu-Massiv
Mit einer Grundfläche von etwa 310.000 Quadratkilometern (120-mal das Saarland) ist das Tamu-Massiv der flächenmäßig größte Vulkan der Welt. Er ist circa 4000 Meter hoch, befindet sich aber trotzdem ungefähr 2000 Meter unter dem Meeresspiegel.
Bei dem östlich von Japan gelegenen Vulkan, der bereits 145 Millionen Jahre alt sein soll, handelt es sich um einen inaktiven Feuerberg. Das Tamu-Massiv ist also ein erloschener Vulkan, der keine bekannten Eruptionen mehr hatte.
Der höchste Vulkan der Welt
Vulkane beeindrucken nicht nur durch ihre aktive Kraft, sondern auch durch ihre schiere Höhe. Das macht sie zu imposanten Naturwundern.
Höchster Vulkan vom Meeresgrund aus: Mauna Kea
Der Mauna Kea (hawaiianisch für "weißer Berg") ist nicht weit vom Mauna Loa entfernt. Mehr als die Hälfte des Mauna Kea befindet sich unter Wasser. Über dem Meeresspiegel ragt er etwa 4200 Meter heraus.
Betrachtet man also seine Höhe vom Meeresgrund aus, misst der Vulkan ganze 10.200 Meter. Er ist damit also noch höher als sein Nachbar Mauna Lua.
Der höchste Vulkan auf dem Festland: Ojos del Salado
Begibt man sich nach Chile, findet man dort den höchsten Vulkan der Welt, der sich über dem Meeresspiegel befindet. Der Ojos del Salado verzeichnet eine Höhe von fast 6900 Metern.
Es handelt sich um einen aktiven Vulkan, allerdings wurden seit 1300 Jahren keine Ausbrüche mehr dokumentiert. Der Ojos del Salado ist außerdem der zweithöchste Berg Amerikas.
Fazit: Vier verschiedene Rekordhalter in Sachen Vulkangröße
Unterschiedliche Messkriterien bestimmen verschiedene Vulkane als den größten Vulkan der Welt. Jedes dieser Kriterien bietet dabei eine eigene Perspektive auf das gigantische Ausmaß der Feuerberge.
Die Rekordhalter heißen Mauna Loa, Tamu-Massiv, Mauna Kea und Ojos del Salado.