So kannst Du Vogelmiere bekämpfen: Schnelles Handeln ist gefragt

Die Gewöhnliche Vogelmiere ist nicht nur ein rasant wachsendes Unkraut, sondern auch ein sehr nützliches Heilkraut und eine beliebte Futterpflanze für viele Tiere. Du willst sie trotzdem loswerden? Dann nutze diese einfachen Mittel, um Vogelmiere bekämpfen und langfristig aus dem Garten verbannen zu können.

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Vogelmiere erkennen - Typische Merkmale

Vogelmiere breitet sich rasant aus, wenn ihr kein Einhalt geboten wird.
Vogelmiere breitet sich rasant aus, wenn ihr kein Einhalt geboten wird.  © 123RF/lapis2380

Schon im Winter zeigt sie sich, im Frühjahr entfaltet sie ihren vollen Wuchs und blüht von Februar bis November. Wem dieses flachwachsende Wildkraut besonders im eigenen Rasen ein Dorn im Auge ist, sollte wissen, wie sich Vogelmiere erkennen lässt.

Das sind die typischen Eigenschaften der Gewöhnlichen Vogelmiere (Stellaria media):

  • Blüten: klein, weiß, sternförmig
  • Blätter: spitz, eiförmig
  • Höhe: 5 bis 40 Zentimeter
  • Stängel: einreihig behaart, glatter Blattrand

Da die Stängel daniederliegen und die einjährige Vogelmiere eine Art Teppich bildet, wird ihre volle Größe erst sichtbar, wenn man sie händisch entfernt.

Die einseitige Haarlinie am Stängel gilt als sicheres Indiz zur Erkennung der Vogelmiere.

3 Methoden, um Vogelmiere effektiv zu bekämpfen

Ist Stella media im Winter noch als Bodendecker nützlich, um den Boden vor Erosion und Austrocknung zu schützen, wird sie spätestens im Frühling lästig, wenn die Beete anderweitig genutzt werden wollen. Da die Pflanze dreimal im Jahr aussamt, kann Vogelmiere im Rasen schnell zum Problem werden.

Durch häufiges Aussamen verbreitet sich dieses Beikraut rasend schnell.
Durch häufiges Aussamen verbreitet sich dieses Beikraut rasend schnell.  © 123rf/skyfotostock

Hättest Du es gewusst? Die Samen der Vogelmiere sind unglaubliche 60 Jahre keimfähig.

1. Jäten und mulchen

Der erste Rasenschnitt im Frühjahr kann als Mulchschicht im Gemüsebeet verteilt werden.
Der erste Rasenschnitt im Frühjahr kann als Mulchschicht im Gemüsebeet verteilt werden.  © 123rf/andriiborodai

Das Wichtigste zuerst: Wer vor der Blüte jätet, hat gute Chancen die Vogelmiere an der Ausbreitung zu hindern. Das Kraut ist ein Flachwurzler und lässt sich sehr leicht händisch beseitigen.

Per Hand entfernte Vogelmiere sollte keinesfalls auf dem Kompost entsorgt werden, da sie sich sonst wieder ausbreiten könnte.

Wird das Beet nach dem Jäten bepflanzt, kann eine ausreichende Mulchschicht oder Folie helfen, dem Wildkraut den Platz und das Licht zum Wachsen zu nehmen. Mulch wie Grasschnitt oder spezielle Holzhackschnitzel unterdrücken das Unkrautwachstum.

So kannst Du Vogelmiere im Rasen bekämpfen: Regelmäßiges Mähen auf eine sehr kurze Höhe und Vertikutieren soll die Ausbreitung im Rasen verhindern. Wer kahle Stellen in der Wiese zeitnah mit Rasensamen nachsät, nimmt dem Unkraut den Platz zum Wachsen.

Lesetipp: Unkraut entfernen. So geht jäten richtig!

2. Hausmittel gegen Vogelmiere

Vogelmiere mit Essig zu bekämpfen ist nicht empfehlenswert. Da auch alle Nutzpflanzen im Umkreis der Vogelmiere eingehen und die Bodenorganismen leiden würden, schadet es dem Garten mehr als es nutzt. Außerdem ist dies keine langfristige Methode, das Beikraut loszuwerden, da es schnell wieder austreibt.

Auch der Einsatz von Backpulver ist wie das Aufbringen von Essig als selbst hergestelltes Herbizid laut Pflanzenschutzgesetz nicht erlaubt.

Dagegen darf der Allrounder Brennnesseljauche bei der Bekämpfung von Unkraut gern zum Einsatz kommen.

Lesetipp: So machst Du Brennnesseljauche selbst.

3. Sind chemische Mittel sinnvoll?

Wer Vogelmiere mit Kalkstickstoff bekämpfen möchte, sollte diesen mineralischen Dünger nur mit Vorsicht einsetzen. Zwar verändert er das Bodenmilieu derart, dass das Unkraut sich nicht mehr wohlfühlt und sich weniger ausbreitet. Doch kann eine Überdüngung dazu führen, dass der Rasen verbrennt.

Breitet sich das Wildkraut im Gemüsebeet aus, ist von der Anwendung chemischer Mittel abzuraten. Unkrautvernichter (Herbizide) belasten die Umwelt und schaden dem Garten auf lange Sicht. Abseits der Chemiekeule gibt es durchaus Alternativen, Beikräuter umweltfreundlich zu entfernen.

Ist Vogelmiere schädlich oder nützlich?

Stängel, Blätter und Blüten der Vogelmiere sind essbar.
Stängel, Blätter und Blüten der Vogelmiere sind essbar.  © 123rf/eugenebsov

Vogelmiere im Rasen kann für das Auge störend wirken, da sie sich ohne Eindämmung sehr schnell ausbreitet und den Rasen verdrängt. Für viele Gärtner als lästiges Unkraut verschmäht, kann die Vogelmiere aber als Heilkraut durchaus positive Wirkung entfalten.

Was dem Menschen guttut, ist auch für die Tierwelt attraktiv. Vögel lieben die Samen der Vogelmiere. Nicht umsonst trägt sie ihren Namen. Auch Wildbienen, Kaninchen, Meerschweinchen und Hühner freuen sich über diesen gesunden Snack, der voller Vitamin C steckt. Die Gewöhnliche Vogelmiere wird deshalb auch Hühnerdarm genannt.

Die zur Familie der Nelkengewächse gehörende Pflanze ist mit all ihren Bestandteilen essbar und ungefährlich. Hat man sie zweifelsfrei identifiziert, kann sie in Maßen genossen werden.

Achtung: Verwechslungsgefahr besteht mit dem giftigen Acker-Gauchheil, der Falschen Vogelmiere, die vor allem durch ihre orangefarbenen Blüten zu erkennen ist.

Vogelmiere als Heilpflanze und Küchenkraut

Ob als Bestandteil in einem knackigen Salat oder als Beilage wie Spinat zubereitet: Vogelmiere kann sich in der Küche sehen lassen. Dank der vielen Vitamine und Mineralstoffe ist dieses Wildkraut eindeutig zu schade für die Mülltonne.

Genutzt als Heilpflanze fördert sie die Nierentätigkeit und hilft dem Körper unliebsame Giftstoffe zu reduzieren.

FAQ: Häufige Fragen zum Thema "Vogelmiere bekämpfen"

Warum wächst Vogelmiere überhaupt?

Die Gewöhnliche Vogelmiere ist eine Zeigerpflanze für stickstoffreiche Böden. Sie gilt als absolut anspruchslose Pionierpflanze, braucht wenig Wasser und wächst fast überall. Das macht es ihr durchaus leicht, sich rasch zu verbreiten.

Wie werde ich Vogelmiere dauerhaft los?

Um eine Rückkehr auf lange Sicht zu verhindern, kann das Mulchen im Beet eine Lösung sein. Vogelmiere ist ein Lückenfüller. Weist das Beet oder der Rasen keine Lücken auf, hat sie es schwer, sich zu verbreiten.

Wann ist die beste Zeit zur Bekämpfung?

Umso früher umso besser. Wenn das Beikraut im Garten stört, wird es im Optimalfall direkt im Frühjahr entfernt.

Fazit

Vogelmiere ist ein rasant wachsendes Beikraut, bei dem schnelles Handeln gefragt ist, um eine großflächige Ausbreitung zu verhindern. Wichtig ist, die Beete nicht leer stehen zu lassen und kahle Rasenstellen nachzusäen, damit dieses unerwünschte Wildkraut keine Chance hat, sich so rasant auszubreiten.

Die mechanische Entfernung durch Jäten ist empfehlenswerter als der Einsatz von Hausmitteln oder chemischen Mitteln.

Titelfoto: 123RF/lapis2380

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